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Das Embedded-MES

24. April 2008, 00:00 Uhr   |  Stefan Kuppinger

Das Embedded-MES

Manufacturing-Execution- und ERP-Systeme werden bislang über Schnittstellen gekoppelt. Effektiver ist die MES-Integration in die betriebswirtschaftlichen Systeme. SAP hat die dazu notwendige Technologie entwickelt, die erste Anbieter nutzen, um ihre Kernfunktionen in das ERP-System einzubetten.

Die Ist-Situationn weicht in vielen Betrieben signifikant von dem ab, was ursprünglich als Annahme für die Planung im ERP diente: Kunden ändern kurzfristig die Bestellmenge und den Liefertermin. In der Produktion gibt es Probleme mit Maschinen, Material und Werkzeugen – die Ausschussrate ist zu groß. Gleichzeitig fordert das Management die Beseitigung von Kostenverursachern wie hohe Umlaufbestände, lange Liegezeiten von Aufträgen und Eiltransporte. Aber an welchen Stellen ansetzen? Aufgrund unzuverlässiger oder sogar fehlender Kennzahlen wissen weder die Geschäfts- noch die Produktionsleitung, wo mit kontinuierlichen Verbesserungsprozessen, Six Sigma oder ähnlichen Mechanismen ein Nutzen zu erzielen wäre.

Unternehmen brauchen Transparenz in der Fertigung, um zeitnah auf die Ist-Situation – Verspätungen, Engpässe und andere Probleme – reagieren zu können. Diese Aufgabe können Manufacturing Execution Systeme (MES) übernehmen, die darüber hinaus entsprechende Auswertungen und Kennzahlen über die letzten Tage, Wochen und Monate zur Verfügung stellen.

Wenn MES der Lösungsansatz ist, sollte es doch relativ einfach sein, dieses Hilfsmittel im Unternehmen einzuführen. Eine MES-Implementierung verlangt neben den Investitionen in geeignete Erfassungsgeräte, organisatorischen Veränderungen und der Akzeptanz durch die Werker vor allem den Aufbau einer neuen IT-Systemlandschaft. Genau hier setzen die berechtigten Bedenken der IT-Verantwortlichen an: Zusätzliche Datenbank-Server, proprietäre Software, problembehaftete Schnittstellen zum ERP-System und den Maschinen, die Synchronisation der Software bei Release-Wechseln sowie neue Bedienoberflächen und Menüstrukturen sorgen nicht gerade für eine Vereinfachung und Homogenisierung der bestehenden IT-Landschaft.

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1. Das Embedded-MES
2. Die System-Grenzen weichen auf

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