Intelligentes Engineering: Rückblick auf das 2. Benchmark Forum

Mitte März fand in München das '2. Benchmark Forum Intelligentes Engineering' statt, eine Veranstaltung des Fachmediums Computer&AUTOMATION in Zusammenarbeit mit der Firma ITQ. Über 180 Anwender und Hersteller diskutierten an zwei Tagen darüber, was moderne Engineering-Tools für den Maschinen- und Anlagenbau leisten müssen.

Nach der Erstveranstaltung des 'Benchmark Forum Intelligentes Engineering' vor genau einem Jahr hieß es am 19. und 20. März "Start frei zur 2. Runde". In der Rolle des Moderators rüttelte Dr. Rainer Stetter, Geschäftsführer der Firma ITQ, gleich zu Beginn die Zuhörer wach indem er provokant feststellte: "Viele Maschinenbauer leben noch immer in der Welt von anno dazumal und glauben nach wie vor, sie seien ‚nur‘ Maschinenbauer." Mit anderen Worten: In den Unternehmen „wabere“ noch immer der Geist der Mechanik. Zwar bestimme diese bis heute die Statik einer Maschine – der Rest jedoch werde immer stärker von der Software und der Elektrik beziehungsweise Elektronik geprägt. „Vor diesem Hintergrund wird der mechatronische Ansatz bereits in der Entwicklungs-Phase immer wichtiger“, postuliert Stetter und formuliert im gleichen Atemzug den Auftrag an die Anbieter der entsprechenden Software-Werkzeuge: "Wir müssen gemeinsam dazu beitragen, dass die Tools hierbei nicht stören, sondern helfen!"

Ein Unternehmen, das die Bedeutung des mechatronischen Ansatzes frühzeitig erkannt hat, ist Somic-Verpackungsmaschinen. Dessen Geschäftsführer Manfred Bonetsmüller schilderte den Zuhörern in seinem Einführungsvortrag stellvertretend für eine ganze Branche, mit welchen Anforderungen sich ein mittelständischer Maschinenbauer diesbezüglich heute konfrontiert sieht und welche Schwierigkeiten damit unter Umständen auch verbunden sind. Die ersten Gehversuche in diese Richtung unternahm Somic bereits um die Jahrtausendwende mit dem Einzug der Servo- und IPC-Technik in eine neue Maschinengeneration. Schnell habe man erkannt, wie wichtig das Thema Modularisierung beziehungsweise die Bildung Funktionaler Einheiten ist, um einerseits eine effiziente Produktentwicklung sicherstellen zu können, und andererseits die Performance der Maschinen weiter zu steigern. Manfred Bonetsmüller erinnert sich zurück: "Wenn man den mechatronischen Ansatz lebt, braucht man einen Systembaukasten - diesen haben wir entwickelt und strukturiert. Entscheidend dabei ist: Wenn die Anforderungsspezifikation nicht sauber definiert wird, kann man sich den Rest eigentlich sparen!"

© Computer&AUTOMATION
20. März diskutierten mehr als 180 Anwender und Hersteller in München über moderne Engineering-Tools für den Maschinen- und Anlagenbau. Die Fachzeitschrift Computer&AUTOMATION und die Firma ITQ hatten zum '2. Benchmark Forum Intelligentes Engineering' geladen.

Nach dieser anschaulichen Schilderung der Erfahrungen eines mittelständischen Maschinenbauers bei der Umsetzung des mechatronischen Ansatzes waren dann die Automatisierungstechnik-Anbieter – darunter Eplan, Lenze, Siemens, Schneider Electric und Rexroth – gefordert, ihre Software-Lösungen anhand definierter Kriterien an den Bedürfnissen der Anwender zu spiegeln. Die Fragestellung lautete unter anderem: Wie unterstützen Ihre Tools die Anwender bei der Dokumentation der Anforderungen an deren Maschinen/Anlagen, bei der Spezifikation der gewählte mechatronischen Lösung sowie bei der Wiederverwendbarkeit/Konfigurierbarkeit von mechatronischen Modulen? Wie sehen Sie die Rolle von Hochsprachen/Objektorientierung im Maschinenbau? Und: Ist ein schrittweiser Testansatz aus Ihrer Sicht empfehlenswert?