Versionierungs-Software: Warum nicht auch die Prozesse optimieren?

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

3000 Anlagen archiviert

Inzwischen sind in allen deutschen Stihl-Werken rund 3000 Anlagen in ‚Versiondog‘ archiviert, in der Summe sind das zirka 7600 Komponenten. Als Standard wurden für jede Anlage drei Komponenten definiert: die Software – das heißt das Steuerungsprogramm –, Schaltpläne und Dokumentation. Bei Bedarf lassen sich die Komponenten weiter mit Unterverzeichnissen strukturieren oder durch Komponenten für eine Roboter- oder Schraubersteuerung ergänzen. 

Betriebsmittelbau, Auvesy Bildquelle: © Andreas Stihl AG & Co. KG

Ein Wettbewerbsvorteil: Der hauseigene Betriebsmittelbau, der Fertigungsmittel und Anlagen für die in- und ausländischen Werke entwickelt und realisiert.

Unter ‚Dokumentation‘ können sich vielerlei Informationen verbergen: PDF-Dokumente ebenso wie Excel-Tabellen – alles, was (steuerungstechnisch) als Dateiformat vorkommen kann. Seit Beginn der Datenaufzeichnung sind insgesamt über 46.000 Versionen im Archiv gespeichert. Der Speicherbedarf auf dem Server beträgt nicht einmal 1,5 GByte. 

Man könnte die Frage stellen, ob es bei derart vollgepackten Verzeichnissen nicht störend lange Prozesse beim Arbeiten gibt, was die schnelle Wiederinbetriebnahme nach einem Stillstand verzögen könnte. Die Antwort lautet „Nein“! Denn um Zeit zu sparen, wird bei Stihl standardmäßig immer nur die letzte Version heruntergeladen. „Außerdem“, so Ruppmann, „geht etwa ein Vergleich von einer S7-Einheit sehr schnell.“ 

Die Anlagen werden täglich gesichert, damit stets die aktuellen Produktionsdaten vorliegen. Zusätzlich ermöglichen die Backups, unbeabsichtigte Änderungen zu detektieren. Die Backups laufen im Hintergrund; müssen also nicht gezielt beobachtet werden. Bei Auffälligkeiten wird sofort jemand aus dem zuständigen Team per E-Mail benachrichtigt.