IoT-Markt: Hilfe bei der Plattformauswahl

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Ein unübersichtlicher Markt konsolidiert sich

Dazu gehört vor allem die Wahl der geeigneten Werkzeuge – von der Edge-Technologie bis hin zur IoT-Plattform. Der Markt ist vielfältig, da die Anbieter aus unterschiedlichen Kompetenzbereichen kommen. Im IoT-Edge-Bereich dominieren vor allem IoT-Device-Hersteller, die ihre Produkte mit zum Teil recht leistungsstarken Controllern und speziell entwickelter IoT-Software ausliefern. Manche haben ihre Lösungen inzwischen deutlich breiter aufgestellt und bieten eine eigene IoT-Cloud oder kooperieren mit Plattform-Anbietern und Cloud-Providern. So hat sich beispielsweise der Hardware-Hersteller Advantech zum umfassenden IoT-Lösungsanbieter gewandelt und bietet neben IoT-Development-Werkzeugen vorkonfigurierte Cloud-Services sowie den Zugang zur anbieterübergreifenden PaaS-Lösung Wise. Auch der Elektrotechnik-Riese Schneider Electric hat ein dediziertes IoT-Portfolio entwickelt und kann mit Microsoft Azure als Backend als Gesamtlösung gebucht werden.

Jan Roding von Tresmo Bildquelle: © Tresmo

Jan Rodig hat bereits an mehr als 40 IoT-Projekten mitgearbeitet.

Dabei lässt sich die Grenze zwischen den Angeboten gar nicht mehr klar ziehen. Viele Cloud-Provider, darunter globale Marktplayer wie Amazon, Microsoft und Google, haben in den letzten Monaten massiv in die Entwicklung von IoT-Lösungen über ihre Cloud-Infrastruktur investiert. „Dabei haben sich ganze IoT-Ökosysteme entwickelt. Unternehmen können sich ihr individuelles Toolset zusammenstellen“, sagt Experte Jan Rodig von Tresmo. „Gleichzeitig ist der Anbietermarkt derzeit sehr unübersichtlich und stark in Bewegung. Da die Wahl der richtigen Technologien für den Erfolg des IoT-Projektes und die entsprechende Anpassung der mittelfristigen Geschäftsstrategie entscheidend sein kann, sollten Unternehmen hier sorgfältig abwägen.“

Denn der IoT-Markt sei zwar noch verhältnismäßig jung, mache aber, laut Jan Rodig, bereits die erste Konsolidierungsphase durch. Das sei zum einen dem Engagement großer Unternehmen geschuldet, die ihre eigenen Entwicklungen durch Zukäufe unterstützen. So erweiterte beispielsweise die Software AG mit dem Kauf von Cumulocity ihr Portfolio um eine IoT-Anwendungs- und Geräte-Management-Plattform. Salesforce übernahm den Software-Hersteller Mulesoft samt seiner 
Integrations-Plattform und die SAP AG baute ihr Device Management mit Hilfe von Plat.one aus. 

Zum anderen ergebe sich dies aus der Notwendigkeit, die IoT-Funktionalität durchgängig umzusetzen. Von der Aufnahme der Daten durch einen Sensor über mögliche Vorauswertungen im Gateway bis hin zur Datenanalyse in der Cloud: Es geht um Datenstandardisierung, Erweiterbarkeit durch neue Devices und Updaten der Anwendungen. Eine einzelne, beispielsweise branchenspezifische Anwendung nützt wenig, wenn sie etwa das Datenformat der IoT-Devices nicht interpretieren oder Steueranweisungen vom Monitoring nicht an das Device zurückgeben kann. 

Für die Unternehmen, die auf der Suche nach einer passenden Lösung für ihre IoT-Initiative sind, wird sich die Marktkonsolidierung zumeist als Vorteil darstellen. Wenn große Marktplayer so massiv investieren, ist dies ein Zeichen für eine nachhaltige Marktentwicklung. Die Gefahr, dass der gewählte Dienstleister in zwei Jahren nicht mehr am Markt ist, sinkt. Und Unternehmen können die wachsenden Ökosysteme für sich nutzen und müssen sich nicht selbst um die Kompatibilität der Systeme untereinander kümmern.
 
Welches die geeigneten Werkzeuge für das eigene IoT-Projekt sind, sollte in der Anfangsphase sorgfältig evaluiert werden.