Industrie 4.0: Die Rolle von Multiagentensystemen

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Das iAgent-Framework

Gegenüberstellung Bildquelle: © Infoteam Software

Gegenüber­stellung von RAMI 4.0, der Industrie-4.0-Komponente und iAgent, wo die Verwaltungs­schale als Software-Agent realisiert wird.

Die Umsetzung beim RoboFill-Projekt erfolgt mit ‚iAgent‘ von Infoteam Software, einem Framework für die Entwicklung von dezentralen MAS im industriellen Umfeld. Es besteht aus der InfoteamRuntime als Laufzeitumgebung für Container, die unterschiedliche Agenten beinhalten. Ein dezentrales MAS entsteht durch die Verteilung der Container auf mehrere Ausführungsumgebungen (Hosts). Für die Kommunikation zwischen den Agenten steht in jedem Container der Message Transport Service (MTS) bereit. Neben vorgefertigten, einsatzfähigen FrameworkAgents verfügt jeder Container zusätzlich über sogenannte ApplicationAgents. Sie dienen dem Anwender als Vorlage, um eigene Agenten zu implementieren und das MAS den benutzer- und anlagenspezifischen Anforderungen anzupassen. Der Implementierung von Cyber-Physischen Objekten dienen die Basistypen MachineAgent und TransportAgent. Sie repräsentieren den digitalen Schatten von Anlagen- und Fertigungskomponenten. Das Kernelement innerhalb der produktgetriebenen Produktion ist der ProductAgent, der den digitalen Schatten jedes zu fertigenden Produkts repräsentiert. Er verfügt über alle Informationen zu den notwendigen Fertigungsschritten und organisiert selbstständig die Fertigung des zugeordneten Produkts.

Die Kategorie InterfaceAgents beschreibt Agenten zur Realisierung von Schnittstellen zum und aus dem MAS. Als Verbindung zwischen realem Objekt und  Software- Agent implementieren die LinkAgents (Koppel-Agenten) die Kommunikationsschnittstelle zu externen Komponenten. Zu deren Aufgaben zählen die Konvertierung in spezifische Protokolle, die Kontrolle der Zugriffsrechte sowie die Weiterleitung der jeweiligen Kommunikationsanfragen zwischen Agenten und Maschinen. Welche Schnittstellen und Protokolle für die Kommunikation zu einer externen Komponente nötig sind, hängt von den anlagenspezifischen Gegebenheiten ab.