Industrie 4.0: Die Rolle von Multiagentensystemen

Bei der Umsetzung von Losgröße 1 im Zuge von Industrie 4.0 tun sich die Unternehmen noch schwer. Unterstützen kann hier ein ­Multiagentensystem, das sich in RAMI 4.0 eingliedern lässt und auch das Modell der Industrie-4.0-Komponente abbildet.

Multiagentensystem für Industrie 4.0 Bildquelle: © Infoteam Software

Heute wollen Endverbraucher vermehrt direkten Einfluss auf bestellte Produkte nehmen: vom selbst gestalteten Logo über den passenden Produktnamen bis hin zu individuellen Rezepturen und letztendlich einer direkten Lieferung an die Wunschadresse. Herstellern können diese Wünsche neue Märkte und Umsatzwege eröffnen. In der Praxis tun sich jedoch insbesondere Betreiber hochspezialisierter und optimierter Produktionsanlagen schwer mit dem Sprung ins neue Zeitalter. 

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt ‚RoboFill 4.0‘ hat sich deshalb mit der Getränke- und Abfüllindustrie gezielt eine Branche ausgesucht, deren hochautomatisierte Anlagen eine möglichst hohe Ausbringung erreichen müssen. Das Konzept von ‚RoboFill‘ sieht vor, dass der Endverbraucher über ein Online-Kundenportal sein persönliches Biermischgetränk zusammenstellen und mit einem frei gestalteten Etikett versehen kann. Dabei wird die individuelle Kundenkonfiguration als Auftrag an die Fertigung weitergegeben. Die einzelnen Produktionsmodule sind so konzipiert, dass sie autark arbeiten können. Über ein lineares Transportsystem und Industrieroboter mit intelligenten Greifsystemen werden die Handhabung an den Bearbeitungsstationen und der Transport innerhalb der Anlage realisiert und gleichzeitig die Linearität aufgebrochen. Die Etikettierung und den Druck auf die Flaschen übernimmt ein spezieller Tintenstrahldrucker. So entsteht eine individuelle Produktion für die Getränkebranche, die sich auf jede diskrete Fertigung adaptieren lässt.