Leitfaden: Der Weg in die Cloud

Cloud Computing macht die IT-Infrastruktur schneller und dynamischer. Aber: Die Verwaltung von Cloud-Services bringt vielfältige neue ­Aufgaben mit sich. Ein Leitfaden hilft Industrieunternehmen, Komplexitätsfallen zu ­vermeiden und das Optimum aus der Cloud herauszuholen.

weg in die Cloud Bildquelle: © Fotolia, graphit

Längst ist es keine Frage mehr, ob Unternehmen in die Cloud gehen. Vor wenigen Jahren war das vor allem wegen Sicherheitsbedenken noch unvorstellbar. Jetzt geht es nur noch darum, wann der Wechsel in die Cloud erfolgt und welche Cloud-Betriebsmodelle dafür in Erwägung gezogen werden. Ganz gleich, ob Public, Private oder Hybrid – die Cloud spielt für über 50 % der Unternehmen in Mitteleuropa eine wichtige oder sehr wichtige Rolle (Quelle: PAC CxO Survey). Cloud-Lösungen entlasten interne IT-Abteilungen, sind skalierbar und bringen höchste Flexibilität. 

Bedeutung der Cloud für die ­Fertigungsindustrie

Kern einer erfolgreichen Cloud-Strategie Bildquelle: © Freudenberg IT

Kern einer erfolgreichen Cloud-Strategie ist die flexible Vernetzung verschiedener einzelner Clouds zu einem Gesamtsystem.

Die deutsche Fertigungsindustrie ist heute geprägt von einem sehr hohen Automatisierungsgrad, der die Produktionseffizienz in den vergangenen Jahrzehnten massiv vorangetrieben hat. Lücken gibt es hingegen immer noch bei der Integration der Datenflüsse zwischen Produktion und ERP-Systemen sowie den fertigen Produkten im Einsatz. Das hat auch damit zu tun, dass vielerorts noch Altsysteme aktiv sind, die zuverlässig ihren Dienst tun, jedoch nicht über die notwendigen Schnittstellen verfügen oder proprietäre Datenformate verwenden, die sich schwer integrieren lassen. Diese Lücken im Daten- und Informationsfluss zu schließen, ist eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung – und Cloud Computing eine zentrale technische Grundlage dafür. Nur mit einer entsprechend flexiblen, dynamischen und skalierbaren IT-Infrastruktur lässt sich die Fertigung in angemessener Zeit ins digitale Zeitalter bringen. 

In der Cloud lassen sich Kapazitäten schnell und unbürokratisch ‚dazubuchen‘, wenn sie gebraucht werden. Vormals zähe Anforderungsprozesse werden durch einen einfachen Mausklick ersetzt. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil auch in der Industrie Digitalisierungsprozesse häufig nicht mehr den herkömmlichen IT-Projekt-Mustern folgen, sondern Ideen „einfach mal schnell als Prototyp erstellt werden“, um sie auszuprobieren, weiterzuführen oder zu verwerfen.

Neben vielen Vorteilen – wie etwa mehr Flexibilität und geringere Betriebskosten – dürfen Unternehmen nicht vernachlässigen, dass beim Cloud Computing auch Steuerungsaufgaben bleiben oder neu entstehen, die über den Erfolg des Betriebsmodells entscheiden. Dafür müssen neue Strukturen geschaffen und Kompetenzen aufgebaut werden.