Big Data / IoT: Der Daten-Retrofit

Mit einem Daten-Retrofit lassen sich Datenschätze von Anlagen heben, aus denen sich wertvolle Informationen für Maschinenbauer und Betreiber gewinnen lassen. Dabei sind mehrere Herausforderungen zu bewältigen – besonders bei der Entwicklung und Implementierung der Algorithmen.

Der Daten-Retrofit Bildquelle: © SSV Software Systems

Bei unseren Smartphones haben wir uns längst daran gewöhnt, dass wir als Kunde den Herstellern, App-Anbietern und Mobilfunk-Providern kostenlos wertvolle Daten liefern. Schließlich wird uns ja vielfach auch ein Mehrwert als Gegenleistung geboten. Bei modernen PKWs ist die Situation ähnlich. Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau können sich die meisten Beteiligten noch nicht vorstellen, dass ein Anbieter in Zukunft mit der gleichen Selbstverständlichkeit laufend oder zumindest hin und wieder Produktnutzungsdaten erhält. Dabei lässt sich gerade in diesem Umfeld – etwa per MES/ERP-Integration und Anomalie-Erkennung – ein werthaltiger Zusatznutzen aus Daten schaffen. 

Im Maschinenbau wird vielfach noch das alt bewährte ‚Deliver & Forget‘-Prinzip praktiziert: Man verkauft dem Kunden eine Maschine und freut sich, wenn man danach nicht mehr allzu viel vom Kunden hört. Schließlich haben Kunden, die sich nicht melden, auch nichts zu reklamieren. Die tatsächliche Kundenzufriedenheit bekommt der Anbieter allerdings nicht mit. Daten, wie der Kunde die Maschine nutzt und welche Probleme im operativen Alltag auftreten, somit auch nicht.  

Im IoT-Zeitalter ist dieses Verhalten höchst gefährlich. In Zukunft werden nur die Maschinenbauer ihre Wettbewerbsfähigkeiten steigern können, die am schnellsten auf sich verändernde Kundenanforderungen reagieren können. Da hilft es auf jeden Fall weiter, anhand von Daten möglichst viel darüber zu wissen, wie Kunden die jeweiligen Produkte nutzen. Denn nur wer die Probleme seiner Kunden wirklich kennt, kann innovative Lösungen schaffen.