SAP: Bindeglied zu Geschäftsprozessen

Mit dem erstmaligen Engagement auf der Messe zeigte SAP, dass das Unternehmen auch in der Digitalisierung der Fertigung eine Vorreiterrolle spielen will. SAP Leonardo soll dabei als Bindeglied für das IoT, die Werkshallen und betriebswirtschaftlichen Prozessen dienen.

Herzberg von SAP Bildquelle: © SAP

Nils Herzberg, Senior Vice President SAP Leonardo IoT: "Zusammen mit Partnern zeigen wir auf Basis von SAP Leonardo IoT-Innovationen und reale Use Cases rund um den digitalen Zwilling, der reale physische Dinge und virtuelle Prozesse miteinander verbindet."

Viele Anlagen- und Komponentenhersteller entwickeln derzeit eigene IoT-Plattformen. Für SAP ist jedoch der entscheidende Faktor die Integrationsfähigkeit: „Anlagenbetreiber sind gezwungen, zahlreiche Anwendungen unterschiedlicher Anbieter zu integrieren, um die Verfügbarkeit einer Anlage zu erhöhen. In der Regel sind die Anwendungen nicht miteinander kompatibel. Das verhindert ein übergreifendes Monitoring aller Anlagen und damit ganzheitlich digitalisierte Betriebs-, Produktions- und Instandhaltungsprozesse“, erklärt Nils Herzberg, Senior Vice President SAP Leonardo IoT. Und genau hier positioniert sich SAP: „Hier ist die Erfahrung eines Anbieters gefragt, der Maschinen und Komponenten in Werkshallen mit betriebswirtschaftlichen Prozessen verknüpft und die Welten des Betreibers der Produktionsanlage mit der des Maschinenherstellers verbinden kann“, so Herzberg weiter. Dabei greift die Digitalisierung künftig noch tiefer ins Unternehmen ein. Interne und externe Prozesse wachsen in der intelligenten Fertigung zusammen. Neben der Automatisierungspyramide entstehen Big-Data-Architekturen und Kollaborationsplattformen, damit Hersteller Digitale Dienste den Betreibern anbieten können.

Als Highlight rückt SAP auf der Messe den digitalen Zwilling in den Fokus, der als Drehscheibe für die Digitalisierung und Plattformwirtschaft in der Industrie dienen soll. „Digitale Zwillinge schlagen eine Brücke zwischen der realen und der digitalen Welt, und vereinen Sensor- und Zustandsinformationen mit Wartungs- Produktions und Qualitätsinformationen der Anlage und des Werkstücks“, so Herzberg. Der Digitale Stellvertreter wird auf der cloudbasierten Plattform ‚SAP Asset Intelligence Network‘ gespeichert. Dort verfügen alle Stakeholder über identische Asset-Strukturen und Echtzeitdaten – Betreiber, Hersteller und Dienstleister. Um optimal mit dem Zwilling zu arbeiten, stehen zudem Anwendungen mit Branchenzuschnitt für die diskrete Industrie und die Prozessindustrie sowie die passenden Connectivity-Services für das Gerätemanagement bereit.

Auf ihrem Stand zeigt SAP zusammen mit Partnern Showcases rund um die Digitalisierung. Zusammen mit den Partnern Endress+Hauser, Pepperl+Fuchs, Samson und Hilscher präsentiert SAP eine Lösung für die Prozessindustrie. Dabei wird gezeigt, wie eine Produktionsanlage proaktiv überwacht und mit Hilfe von Predictive Maintenance die Anlagenverfügbarkeit erhöht werden kann. Mit einer Anwendung zu Dynamic Manufacturing will SAP neue Formen der Intralogistik und des Indoor-Positioning vorführen, die für reibungslose Prozesse und optimierte Transporte in der Fabrik sorgen: Es werden beispielsweise autonome Agenten mittels einfacher Transportkisten vorgeführt, die mit einem OPC-UA-fähigen Mikrochip ausgestattet sind. Die Kisten wissen, was sie transportieren, tauschen sich über den Chip eigenständig mit den Arbeitsstationen aus und checken, welche Ressource gerade am besten für den Vorgang geeignet ist.

Die bidirektionale, direkte Kommunikation der speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) mit dem ERP oder dem Manufacturing Execution System (MES) ist ebenfalls ein Beispiel, wie betriebswirtschaftliche und fertigungsbezogene IT durchgängig miteinander verzahnt werden. An einer ‚Industrial IoT Wall‘ werden schließlich für die Besucher anschaulich die Live-Vorgänge rund um den Digitalen Zwilling gezeigt.