ERP-Systeme: Auslagerung in die Cloud

Wirtschaftliche Gründe sprechen dafür, ERP-Systeme in die Cloud auszulagern – davon sind mittlerweile auch viele kleinere und mittlere Unternehmen überzeugt. Doch aus technischer Sicht gilt es beim Umstieg in die Cloud einige Punkte zu beachten.

ERP-Systeme in die Cloud, ProAlpha Bildquelle: © Fotolia, MimiPotter

Für Industrie 4.0 schaffen ERP-Lösungen die technische Grundlage und Cloud Computing eröffnet dabei neue Wege. Entscheiden sich Unternehmen für den ERP-Einsatz in der Cloud, stellt sich im ersten Schritt die Frage nach dem optimalen Cloud-Ansatz. Die standardisierte Lösung SaaS (Software as a Service) bietet sich zum Beispiel als Einstiegslösung an oder für Unternehmen in einer Aufbau- oder Modernisierungsphase. 

Beim Hosting wird dagegen die eigene, bereits bestehende Anwendung des Unternehmens in die Cloud migriert. Daneben kann das ERP als Mischmodell in der Cloud und On-Premise, also im eigenen Rechenzentrum, betrieben werden. Beim ‚Implementation Hosting‘ nutzen Unternehmen die ERP-Lösung zeitlich befristet. Dabei wird das eigene On-Premise-System in der Cloud indivi-duell nachgebaut, um den Live-Betrieb zu testen. So kann der Kunde ausprobieren, wie die eigenen Systeme in der Cloud funktionieren. 

Aufgrund der von mehreren Kunden gemeinsam genutzten Plattform sollte bei SaaS die gewählte Lösung ein multi­mandantenfähiges Frontend haben. Bei der Hosting-Variante ist es ohnehin individuell, weil jeder Kunde sein eigenes Frontend besitzt. Ist die Entscheidung für das Hosting gefallen, müssen Unternehmen jedoch die Basis-Architektur betrachten. 

Damit eine hohe Akzeptanz durch die Nutzer gewährleistet ist, sollte das Frontend der ERP-Cloud-Lösung einfach und intuitiv nutzbar sein. Wenn keine Neueinführung eines ERP-Systems ansteht, bietet es sich hier an, die etablierte und bekannte Oberfläche des bisherigen On-Premise-Systems 1:1 zu übernehmen, mit dem entsprechenden Umfang und der Infrastruktur.