Technische Dokumentation: Wie sich Content transparent teilen lässt

Die digitalisierte, teilautonome Fertigung in Netzwerken mittels Cyber Physical Systems (CPS) erfordert nicht nur den Einsatz 'smarter' (Automatisierungs-)Komponenten und Services – auch beim Thema 'Technische Dokumen­tation' ­besteht Handlungsbedarf.

A_ Die Dokumentation 4.0 Bildquelle: © Eckelmann, Fotolia / vovan

Über den gesamten Produktlebenszyklus sind Maschinen heute bereits in ein loses, heterogenes ‚Netzwerk‘ aus Menschen als spezialisierte Know-how-Träger eingebettet. In solchen Netzwerken tauschen Entwickler, Technische Redakteure, Zulieferer, Betreiber, Service-Techniker und Nutzer Informa­tionen zu Maschinen oder Anlagen aus und bringen Korrekturen, Verbesserungen oder Weiterentwicklungen voran.

Was bislang allerdings fehlte, sind digitale Dienste, die dieses Wissen plattform- und geräteunabhängig miteinander verknüpfen und bündeln. Denn Industrie 4.0 verlangt eben auch eine konsequente Digitalisierung der technischen Dokumentation und der Schnittstellen zu den unterschiedlichen Akteuren, die in die Entwicklung, den Betrieb und die Weiterentwicklung einer Maschine oder Anlage involviert sind. In der Produktentwicklung etwa bedeutet dies konkret, dass Entwickler verstärkt auf solche Informationen zurückgreifen, die über eine Maschine oder An­lage während ihres Produktlebenszyklus gesammelt werden – zum Beispiel in Form von technischen Dokumenten, FAQs, Fehlerberichten oder auch digitalen Maschinentagebüchern.

Gerade die Geräteunabhängigkeit spielt in diesem Kontext eine zunehmend wichtige Rolle: Erfolgt der Zugriff am Schreibtisch noch klassisch mit einem Desktop-PC, so verlagert sich die Nutzung vor Ort an der Maschine immer öfter auf mobile Geräte und Tablets. Ergo ist hier ein nahtloser Übergang vom Schreibtisch zur ‚Feldarbeit‘ gefragt, der zudem über entsprechende Synchronisationsfunktionen auch die Offline-Situationen des Alltags unterstützt: Ob im Zug/Flugzeug oder im Kellergeschoss eines Gebäudes – oftmals ist das Internet zwar in der Nähe, aber am Einsatzort eben nicht oder nicht in ausreichender Geschwindigkeit verfügbar.

Kurzum: Die Digitalisierung der Produktion führt zu einer weiteren Aufwertung der immateriellen Bestandteile einer Anwendung wie etwa Prozessdaten, Programmcode oder technische Dokumente. Dieser allgemeine Trend ist nicht neu: Die Intelligenz einer Anwendung hat sich bekanntlich in den letzten Jahren immer stärker in die Software verlagert. Schon heute ist der Softwareanteil etwa einer Werkzeugmaschine so dominierend, dass sich Maschinen im Wettbewerb hauptsächlich über die Software differenzieren können.

Modulare Softwarelösungen, die ständig weiter entwickelt werden, schaffen folglich die Basis für eine flexibel ‚wandelbare Automation‘ (Changeable Automation) und damit letztlich für die Wandelbarkeit von Maschinen und Anlagen sowie der kompletten Produktion. Big Data oder Smart Data, in die Experten hohe Erwartungen setzen, sind übrigens ebenfalls Ausdruck dieses Wandels. Entscheidend wird also sein, wie sich all diese Daten, Informationen und Software-Releases zu komplexen Anwendungen und erklärungsbedürftigen Hightech-Produkten effektiv sammeln, bereitstellen und austauschen lassen.