SAP, Hilscher und Pepperl+Fuchs: Der digitale Zwilling

Fortsetzung des Artikels von Teil 7.

Die Vorteile des Ansatzes

Der durchgängige Lösungsansatz führt zu einer höheren Verfügbarkeit der Produktionsanlage. Ersatzteile lassen sich schneller beschaffen. Weil deren jeweilige Struktur und Geometrie zur Verfügung stehen, können sie darüber hinaus auch rascher repariert werden. Unter dem Strich gibt es so weniger ungeplante Ausfälle. Für Austausch und Reparatur ermöglicht das SAP Asset Intelligence Network unter anderem, eine gerade benötigte Firmware herunterzuladen. Darüber hinaus entfällt die manuelle Erfassung bei Änderungen der Anlage nahezu vollständig. Das senkt die Kosten.

Wie lässt sich die Automatisierungsanlage an ein solches Netzwerk technisch anbinden? Das Edge Gateway wertet als Busteilnehmer (Slave) die Kommunikation des Echtzeit-Netzwerks aus und ermittelt so die aktuelle Topologie. Da sich jeder Teilnehmer mit einer eigenen ID anmeldet, lassen sich im Netzwerk der Typ und die In­stanz der Komponente ermitteln oder – falls noch nicht vorhanden – die Instanz neu anlegen. Im Netzwerk müssen die Typinformationen und die Instanzen der Komponenten und Maschinen regis­triert werden. Die Typ- beziehungsweise Modellinformationen stammen dabei aus bestimmten Backend-Bereichen, beispielsweise Engineering-Werkzeugen, PLM- oder CRM-Systemen. Je nach individuellen Freigabeprozessen in der Produktentwicklung werden diese Daten zu den Typinformationen, die dann im Netzwerk als Basis für die Erzeugung der jeweiligen Instanzmodelle dienen.

Der freiwillige Austausch von Daten ist entscheidend für den Erfolg des Konzepts. Die Betriebsdaten gehören in letzter Konsequenz den Betreibern, bei denen die Daten anfallen. Darum entscheiden diese auch, welche Informationen die Hersteller sehen dürfen. Um ihnen für die Freigabe der Daten einen Anreiz zu geben, müssen die Hersteller ihren Kunden einen echten Mehrwert und entsprechende Dienste auf Basis dieser Daten liefern. Eine Implementierung der Technologie auf der Grundlage vorhandener Standards ist bereits heute möglich. Die Plattform Industrie 4.0 bildet die Voraussetzung für semantische Standards und Protokolle, die es in einer offenen Architektur ermöglichen, Anlagen virtuell im SAP Asset Intelligence Network abzubilden.

Autoren:
Timothy Kaufmann ist in der Business Development‚Internet of Things‘ bei SAP Deutschland tätig;
Armin Pühringer ist Business Development Manager bei Hilscher;
Benedikt Rauscher ist Entwicklungsgruppenleiter Industrie 4.0/Industrial Internet Solutions im Geschäfts­bereich Fabrikautomation bei Pepperl+Fuchs.