B&R: Der Software-Werkzeugkasten 'Mapp'

Auf der SPS IPC Drives stellt B&R einen Software-Werkzeugkasten namens 'Mapp' vor. Was sich hinter dem Konzept verbirgt und welche Vorteile es dem Anwender bringt, erläutert Christoph Trappl im Interview.

Cristoph Trappl, Manager International Applications bei B&R Bildquelle: © B&R Industrie-Elektronik

Christoph Trappl, Manager International Applications bei B&R: "Auf der SPS IPC Drives nehmen wir in acht Minuten einen Roboter komplett in Betrieb!"

Herr Trappl, Sie stellen zur SPS IPC Drives das Konzept ''Mapp' – ­modular application technology' – vor. Was muss man sich darunter vorstellen?

Bei ''Mapp'' handelt es sich um einen Software-Werkzeugkasten, der es Maschinen- und Anlagenbauern ermöglicht, sich voll und ganz auf die Abbildung des Prozesswissens in die Applikations-Software zu fokussieren. Im Zuge einer Maschinenentwicklung wird typischerweise viel Zeit in Basisfunktionen investiert. Dies sind Funktionen, die prozessbegleitend vorhanden sein müssen – zum Beispiel die Rezeptverwaltung oder das User Management. Meist werden Basisfunktionen vor dem eigentlichen Maschinenprozess umgesetzt. Das heißt, der eigentlich wichtigste  Teil – der Maschinenprozess – kommt im letzten Drittel der Applikationsentwicklung an die Reihe. Exakt hier greift 'Mapp'. Mit den verfügbaren Basisfunktionen kann die Software-Entwicklung um durchschnittlich 67 % reduziert werden.

Worin unterscheiden sich die 'Mapp'-Bausteine von den Technologie- und Regelungstechnik-Paketen, die im Artikel beschrieben sind?

Die Regelungstechnik-Pakete bieten mechatronische Technologie. 'Mapp Technology' umspannt gesamtheitlich die Applikations-Software. Die Integration der Regelungstechnik-Bausteine in das 'Mapp Framework' ist umgesetzt. Der Kunde kann sich je nach Anwendungsfall und Know-how aus dem B&R [1]-Werkzeugkasten bedienen.

Wie viele und welche Arten von modularen Bausteinen stellen Sie auf der SPS IPC Drives schon vor? Wie sieht die weitere Roadmap aus?
Zur Messe sind rund 70 Funktionen verfügbar, die im Zuge der Messe auch für die Anwender freigegeben werden. Exemplarisch stehen hierfür Funktionen bereit für Achsansteuerungen, Robotik, CNC, Rezeptverwaltung, Regelungstechnik, das Alarming, das User ­Management. Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Funktionen innerhalb eines Jahres mehr als ­verdoppelt.

Wie groß ist der Einarbeitungsaufwand in die Technologie für die Entwickler beim Maschinenbauer?
Jeder Automation-Studio-Anwender ist ohne Zusatzschulung in der Lage, die Technologie effizient einzusetzen. Mittels Konfiguratoren kann er schnell die gewünschte Anwendung realisieren. Eine Anwender-Dokumentation dient zudem als Nachschlagewerk. Auf der Messe ­zeigen wir die Effizienz und Einfachheit: Wir werden in acht Minuten ­einen Roboter vollständig in Betrieb nehmen!

Bedürfen die 'Mapp'-Bausteine einer ständigen Pflege, wie Updates? Wer kümmert sich gegebenenfalls darum: B&R oder der Anwender?
Wir übernehmen die Weiterentwicklung und Wartung der Funktionen. Der Kunde kann sich auf den Maschinenprozess fokussieren. Updates stehen im Internet zur Verfügung.