Interview mit Michael Seebacher, CNT

Warum Stammdaten-Management so wichtig ist

Stammdaten - die Basis für den Unternehmenserfolg
© Pixabay / CC0

Stammdaten werden in den meisten Unternehmen stiefmütterlich behandelt. Warum die geringe Aufmerksamkeit schnell zum Wachstumsdämpfer werden kann und was Unternehmen konkret dagegen tun können, erläutert Michael Seebacher von CNT im Interview.

Herr Seebacher, was versteht man im industriellen Umfeld unter Stammdaten?

Michael Seebacher: Stammdaten sind die Basis jeglicher Prozesse in einem ERP-System. Besonders im industriellen Umfeld gibt es eine Fülle an unterschiedlichen Stammdaten, die die Hauptgrundlage von Produkten und Dienstleistungen und damit einhergehenden Geschäftsabläufen darstellen. Sind die Stammdaten nicht korrekt oder unvollständig, kommt der definierte Prozess ins Stocken.

Egal ob kleinen oder mittelständischen Unternehmen – vielen fällt die Stammdatenpflege schwer. Warum ist das so?

Michael Seebacher, Geschäftsführer CNT
Michael Seebacher, Geschäftsführer CNT
© CNT

Seebacher: Je kleiner das Unternehmen, desto kleiner die Belegschaft und die Anzahl der Wissensträger. Viele Aufgaben werden in die Verantwortung weniger wissender Personen gelegt. Dabei kommt das Thema Stammdatenpflege oft zu kurz.

Bei größeren Unternehmen mangelt es dagegen oft an der nötigen Organisation und definierten Verantwortlichkeiten.

Dem Thema Stammdaten wird in 90 % der Firmen zu wenig Aufmerksamkeit und Priorität zugesprochen. Die Auswirkungen von Daten mit niedriger Qualität werden oft erst spät wahrgenommen oder lange ignoriert.

Die Komplexität und Menge der Daten sind in nicht wenig Fällen dem Wachstum von Unternehmen geschuldet. Aus Zeit- und Budgetgründen werden Harmonisierung und Bereinigung in der Integration niedriger priorisiert und meistens für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. Der Teufel steckt im Detail – und hier im weiterführenden Geschäftsprozess; je länger es dauert, desto mehr Daten kommen dazu und desto unbändiger wird Umgang mit denselben.

Besonders in produzierenden Unternehmen gestalten sich die Daten aufgrund der Menge und Abhängigkeiten zueinander sehr schwierig und komplex.

Wann wird Unternehmen bewusst, dass sie handeln müssen?

Seebacher: Viele Firmen werden meist erst tätig, wenn Mehraufwände und Kosten auf die Datenqualität zurückzuführen sind. Mitarbeiter benötigten länger, Daten aufzubereiten. Ob Produktionsunterbrechungen, Problemen bei Auslieferungen, Zollstrafen aufgrund fehlender oder fehlerhafter Informationen, Verzögerungen bei der Rechnungslegung – die Auswirkungen sind vielfältig und wirken sich naturgemäß auf die Qualität der Waren oder Dienstleistungen und somit auch auf die Geschäftspartnerzufriedenheit und das Vertrauen aus.

In nahezu allen SAP-Projekten wird der Bereich Stammdaten bereits früh thematisiert und oft werden auch die Optimierungspotenzial erkannt. Wenn wir von Implementierungsprojekten sprechen, empfehlen wir unseren Kunden immer, den Stammdaten entsprechend ausreichend Aufmerksamkeit, Ressourcen und vor allem Priorität entgegenzubringen. Das beginnt bei Analysen des Vorhanden, geht über Bereinigung und Harmonisierung und endet bei der Etablierung von definierten Strukturen und Prozessen.

Wie sollte ein KMU an die Stammdatenpflege herangehen? An welcher Stelle sollte das Unternehmen beginnen?

Seebacher: Datenanalyse, -bereinigung, -harmonisierung und strukturierte Datenpflegeprozesse müssen immer ein fixer Bestandteil von ERP-Projekten sein und nahtlos ins tägliche Geschäftsleben übergehen und weitergeführt werden. Erkennt ein Unternehmen Handlungsbedarf

Es gilt, sich einen Überblick zu verschaffen und den aktuellen Datenbestand zu erfassen.

Klare Ziele müssen gesteckt werden – wie will man mit den Erkenntnissen weiterarbeiten, was will man am Ende erreichen und was ist dafür nötig?

Eine gemeinsam erarbeitete Struktur, koordinierte Vorgehensweise bei der Datenpflege mit klar zugeordneten Aufgabenbereichen und klar definierte Verantwortlichkeiten sind der Schlüssel zu erfolgreichen und qualitativ hochwertigen Stammdaten.

Wichtig ist dabei, dass die Organisation darauf vorbereitet ist und auch unterstützt wird.

Welche Voraussetzung müssen dafür geschaffen werden?

Seebacher: Stammdaten-Management fängt in der Organisation an und muss entsprechend von allen Beteiligten mitgetragen und gelebt werden. Es müssen Ressourcen und Mittel dafür bereitgestellt werden und der Wille und Mut zur Änderung sind unabdinglich.

Am wichtigsten sind jedoch die klaren Aufgabenzuteilungen und die Definition der Verantwortlichen bzw. Entscheidungsträger in Sachen Stammdaten.

Wie unterstützt CNT dabei?

Seebacher: Jedes Projekt, das wir als CNT betreuen, erfordert besonderen Umgang mit Daten aus den Vorsystemen und Aufwände bei der Implementierung bzw. Bereinigung und Aufrechterhaltung im SAP-System.

Wir unterstützen die Kunden mit unserer langjährigen Erfahrung aus SAP-Implementierungs- und Rollout-Projekten. Unsere Experten im Stammdaten-Management bieten CNT Best Practice Werkzeuge für Datenanalysen, Bereinigung, Governance-Prozesse, Datenübernahme (Migration) und Datenverifizierungen an. Diese Werkzeuge sind vielfach erprobt und auch in validiertem Umfeld der Life Science Branche einsetzbar.

Als ganzheitlicher Implementierungspartner begleiten wir unsere Kunden unabhängig vom Quellsystem bei Stammdatenprojekten aller Art und unterstützen beim Einsatz der erwähnten Werkzeuge und Erfahrungen.


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