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Virtuelle und reale Welt ­verschmelzen

28. April 2020, 09:00 Uhr   |  Meinrad Happacher

Virtuelle und reale Welt ­verschmelzen
© Siemens

Anfang März gab Siemens im Rahmen einer Online-Pressekonferenz einen Ausblick auf die Neuheiten zur diesjährigen Hannover Messe – zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, dass die Messe dieses Jahr entfällt.

Die Pressekonferenz am 4. März stand im Zeichen des Corona-Virus. Deshalb waren die Journalisten erstmalig zur Vor-Pressekonferenz anlässlich der Hannover Messe online zugeschaltet. Noch nicht bekannt war zu diesem Zeitpunkt, dass die Hannover Messe in diesem Jahr ausfallen wird.

Jan Mrosik, COO Digital Industries bei Siemens, kehrt gleich zu Beginn der Konferenz das Alleinstellungsmerkmal von Siemens heraus: »Wir sind die einzigen, die das Thema ‚Digitales Unternehmen‘ mit einem so umfassenden integrierten Digitalisierungsansatz angehen. – Wir verschmelzen die virtuelle mit der realen Welt!«
In diesem Zusammenhang rücken seiner Überzeugung nach die vertikale Integration von OT und IT immer stärker in den Fokus. Eine Integration, die Siemens-Kunden insbesondere mit Edge-Technologien, Mindsphere und der Mendix Low-Code-App-Entwicklungsplattform umsetzen sollen.

Taktgeber Software

Dass die herkömmliche Automatisierungstechnik hierbei immer stärker an Bedeutung verliert, erläutert Mrosik anhand einer Grafik: Siemens hat in den letzten knapp 20 Jahren 10 Mrd. Euro für die Akquisition von Software-Unternehmen ausgegeben und sieht in der Software heute den Taktgeber für die Umsetzung der Digitalisierung in der Industrie. 

Nur ein Teil der Software- Akquisitionen  von ­Siemens  in ­diesem Jahr­hundert.  Insgesamt  10 Mrd. Euro investierte  Siemens auf diese Weise in die Digitalisierung der Industrie.
© Siemens

Nur ein Teil der Software- Akquisitionen von ­Siemens in ­diesem Jahr­hundert. Insgesamt 10 Mrd. Euro investierte Siemens auf diese Weise in die Digitalisierung der Industrie.

Mrosik hebt zwei der jüngsten Software-Akquisitionen heraus: Die Mitte Oktober verkündete Übernahme der Edge-Technik des US-Unternehmens Pixeom. Der Kauf soll das Industrial-Edge-Angebot von Siemens um Software-Komponenten für die Ablaufumgebung von Apps (Edge Runtime) und für das Geräte-Management verstärken. Unter dem Namen ‚Siemens Industrial Edge‘ entsteht gerade ein Ecosystem, das die flexible Bereitstellung und Nutzung von Apps ermöglichen soll. So lassen sich mittels geeigneter Apps Daten an der Maschine lokal analysieren und relevante Daten an das überlagerte Industrial-Edge-Management-System für globale Analysen senden. Industrieunternehmen können mit dem entstehenden Ecosystem Produktionsdaten effizienter nutzen und flexibler auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren. Siemens setzt dabei auf die IT-Standard-Container-Technik Docker: Das Bereitstellen von Apps im Management-System soll dadurch ebenso leicht möglich sein wie das Nachladen von Funktionen und Updates der Edge-Geräte in der Fabrik von zentraler Stelle.

Jan Mrosik, COO Digital Industries bei Siemens
© Siemens

Jan Mrosik, COO Digital Industries bei Siemens

Zudem gab Siemens Mitte September des vergangenen Jahres bekannt, den 
britischen Anbieter von Software und Dienstleistungen für hochentwickelte Prozessmodellierung, Process Systems Enterprise (PSE), zu übernehmen. Die modellbasierten Technologien sollen das Digitalisierungsportfolio von Siemens für die Prozessindustrie ergänzen.

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