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Forschungszulagengesetz

Unterstützung für Forschung und Entwicklung

29. Juni 2021, 09:31 Uhr   |  Marcus Arens

Unterstützung für Forschung und Entwicklung
© Pixabay / CC0

Unternehmen können vom Forschungszulagengesetz profitieren.

Die Forschungsausgaben in Unternehmen gehen zurück. Um die Innovationskraft der deutschen Industrie zu fördern, brachte der Staat das Forschungszulagengesetz auf den Weg. So profitiert auch Ihr Unternehmen davon.

Vor Kurzem hat das Münchner ifo-Institut eine neue Studie zum Stand der Forschungsausgaben der deutschen Wirtschaft veröffentlicht. Während im letzten Jahr die Anzahl der Industrieunternehmen, die sich im Bereich Forschung & Entwicklung (F&E) engagieren, auf 68,5 % angewachsen ist – im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre zwischen 2016 und 2019 –, kam es bei ihren Forschungsausgaben (gemessen am Anteil des Umsatzes) zu einem augenfälligen Rückgang. Der Anteil der Ausgaben für F&E-Aktivitäten betrug 2020 nur noch 3,2 %. Im Vergleichszeitraum waren es hingegen durchschnittlich noch 3,5 %.

Zweifelsohne lässt sich der Rückgang mit den wirtschaftlichen Verwerfungen im Zuge der Coronapandemie erklären. Allerdings haben Unternehmen in Deutschland seit gut einem Jahr die Möglichkeit, sich ihre Ausgaben für F&E staatlich fördern zu lassen – durch das ‚Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung‘, kurz: Forschungszulagengesetz.

Kein Wettbewerb um Fördersummen

Im Gegensatz zu fast allen der etlichen hundert Förderprogramme, die es gegenwärtig in Deutschland gibt, müssen Unternehmen hier nicht im Wettbewerb mit anderen Firmen um Anteile an einer gedeckelten Gesamtsumme kämpfen. Stattdessen ermöglicht der Gesetzgeber eine Förderung der Ausgaben für F&E von 25 % der Personalkosten für Produkt- oder Prozessentwicklung plus Lohnnebenkosten, bei Fremdaufträgen für F&E 15 %. Die Höchstsumme pro Unternehmensgruppe ist auf eine Million Euro begrenzt. Das ist ein attraktives Angebot, gerade für innovative Unternehmen aus dem Maschinenbau, jedoch gilt es einiges zu beachten.

Bei der Forschungszulage handelt es sich um eine stattliche Förderung, auf die Unternehmen durch eine Zertifizierung eines Forschungs- oder Entwicklungsprojektes rechtlichen Anspruch erwerben. Entsprechend auch die zweistufige Vorgehensweise: Im ersten Schritt erfolgt eine genaue technische Analyse des Projektes, im zweiten dann die Zuteilung der entsprechenden Mittel.

Erst die technischen Experten

Das bedeutet, dass es insbesondere beim ersten Schritt auf eine genaue Ermittlung und Darstellung der Projekte ankommt, um technische Experten davon zu überzeugen, dass es sich hierbei um eine (Weiter-) Entwicklung handelt. Dafür ist es wichtig zu wissen, dass die Verantwortung für die technische Prüfung vom Gesetzgeber in die Hände des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gelegt wurde. Die Partner des Ministeriums, die die technische Prüfung vornehmen, sind dann entweder das VDI Technologiezentrum, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt oder die AIF Projekt GmbH. Nach deren Zustimmung, haben die Unternehmen den ersten, wichtigen Schritt geschafft und einen rechtlichen Anspruch erworben.

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1. Unterstützung für Forschung und Entwicklung
2. Was kann gefördert werden?
3. Die Rolle des Finanzamts – Steuer und Betriebsprüfung

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