55 Jahre ‚Star Trek‘

Technologievergleich - Hier war die Serie ihrer Zeit voraus

7. September 2021, 9:00 Uhr | dpa

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Von Communicator bis Phaser

Communicator

Danach holt Captain Kirk einen Gegenstand hervor, der nach heutigen Maßstäben einem Klapphandy ähnelt. Mit diesem ‚Communicator‘ konnte sich die Besatzung untereinander verständigen. Im konkreten Fall bekommt jemand im Transporterraum der Enterprise die Anweisung, drei Leute hochzubeamen. In den 1960er Jahren war das noch Utopie, heute hat fast jeder Deutsche ein mobiles Telefon. »Da kann man einen Haken dran machen«, erklärt Vogel. Die goldene Ära der Smartphones startete sogar mit einem gleichnamigen Modell. Der «Nokia 9000 Communicator» kam 1996 fast genau 30 Jahre nach Ausstrahlung der ersten «Star Trek»-Folge in den Handel.

Umgebungssensoren

Captain Kirk geht durch eine Tür, die sich automatisch öffnet und wieder schließt. Während in den 1960ern dafür noch getrickst werden musste, ist eine ähnliche Technik heute am Eingang eines fast jeden Supermarktes zu finden. »Damals war das revolutionär, heute sind einzelne Bauteile dafür, wie der Bewegungsmelder, preiswert zu haben«, erklärt Vogel. In der Serie weist Kirk im Fahrstuhl zudem an, er wolle zur ‚Brücke‘. Auch diese Technologie gebe es bereits, sagt der Physiker und nennt Sprachsteuerungen wie Apples Siri oder Amazons Alexa.

Phaser

Obwohl die Phaser-Waffen am Gürtel von Kirk und Co. baumelnd immer wieder ins Bild kommen, ist es später kein Crew-Mitglied, das den ersten Schuss abfeuert. Professor Crater, der mit der Formwandler-Kreatur auf dem Planeten lebt, gibt einen Warnschuss ab und zerstört damit Ruinen auf der Oberfläche. Sind solche Mini-Laserwaffen schon umsetzbar? »Bei der kleinen Größe wäre das ein riesengroßes Energieproblem«, erklärt Vogel und verweist auf gigantische Laserwaffen, die die US Navy einsetzt.

McCoy und Kirk schalten Professor Crater mit einem einfachen Trick aus: Einer lenkt ihn ab, der andere setzt ihn mit einem Schuss außer Gefecht. Dabei steht der ‚Phaser auf Betäubung‘, wie es bei ‚Star Trek‘ immer wieder heißt. Ist das möglich? Mit einem Laser sei das noch nicht machbar, sagt Vogel. Er nennt aber als Möglichkeit die etwa von der Polizei eingesetzten ‚Taser‘, die Zielpersonen durch elektrische Impulse ausschalten können.

Wahrheitsserum

55 Jahre 'Star Trek' - Utopie oder Realität?

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Auf der Enterprise im Orbit angekommen, soll Crater ein Wahrheitsserum verabreicht werden. Das Ziel: Er möge verraten, hinter welcher Erscheinung sich die Formwandler-Kreatur gerade versteckt. Schon der Begriff klingt wie Hokuspokus - und das ist es nach Worten von Sascha Vogel auch. »Es gibt keine Substanz, die einen spontan die Wahrheit sagen lässt«, erklärt der Experte. In unserer Welt seien aber Stoffe und Mittel vorhanden, die die Wahrnehmung benebeln und dazu führen sollen, im Dämmerzustand auszusagen. Als Beispiele nennt Vogel die Droge LSD oder das Narkosemittel Thiopental, das schon bei Verhören eingesetzt wurde.

Warpantrieb

Kurz vor Ende der ersten Folge gibt Kirk den Befehl, auf ‚Warp 1‘ zu gehen, um so den Orbit des Planeten zu verlassen. Das Star-Trek-Wiki ‚Memory Alpha‘ definiert Warp als ‚Überlichtgeschwindigkeit‘. Dass ein Raumschiff so beschleunigen könnte, ist laut Vogel nach aktuellem Stand aber undenkbar. Er verweist auf Einsteins Relativitätstheorie: »Es ist demnach nicht möglich, schneller als das Licht zu sein.«


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