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Engineering

Per Toolbox zur Umsetzung von RAMI 4.0

13. Juli 2018, 00:00 Uhr   |  Christoph Binder, Oliver Jöbstl, Christian Neureiter

Per Toolbox zur Umsetzung von RAMI 4.0
© FH Salzburg

Durch die Standardisierung des Referenzarchitekturmodells für Industrie 4.0 – kurz RAMI 4.0 – ist die Grundlage zur Beschreibung von komplexen ­Systemen gelegt. Seitdem gibt es jedoch kaum ­Beispiele für konkrete Anwendungen. Fehlt hier die passende Werkzeugunterstützung?

Rund um Industrie 4.0 haben sich mittlerweile die unterschiedlichsten Initiativen gebildet. Das Ziel ist allen gemein: das Erkennen von Potenzial zur Optimierung von Produktionsabläufen und Individualisierung von Produkten bei gleichzeitiger Minimierung der Kosten. Eines der vieldiskutierten Themen in diesem Zusammenhang ist die Sicherstellung der Überschaubarkeit eines industriellen Systems inklusive dessen Stakeholder, Maschinen und Produkten. Mit diesem Fokus wurde das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0) entwickelt.

Grafik zur SGAM-Toolbox
© FH Salzburg

Die SGAM-Toolbox: Ein Beispiel, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit in komplexen Systemen funktionieren kann.

Mit der Standardisierung von RAMI 4.0 soll grundsätzlich eine langfristige Etablierung einer Architekturbeschreibung der Fabrik der Zukunft sichergestellt werden. Allerdings: Für viele Anwender ist es heute noch eine Herausforderung, damit eine spezifische Aufgabenstellung zu beschreiben. Der Grund ist die unzureichende Dokumentation dieses Modells und das Fehlen von anschaulichen Referenzbeispielen. Dadurch ist zwar geklärt, wie die Grenzen von RAMI 4.0 und dessen Abstraktion ausschauen kann; für eine detaillierte Einordnung innerhalb der einzelnen Schichten sind jedoch kaum Spezifikationen vorhanden. Die Forschungsgruppe ‚Domain Specific Systems Engineering‘ (DSSE) an der FH Salzburg hat sich genau dieses Problems angenommen und eine Software entwickelt, die eine automatisierte Modell-Entwicklung von industriellen Systemen ermöglicht und dabei auf bekannte Technologien wie OPC UA, SysML oder Model Based Systems Engineering (MBSE)) setzt.

Mit der Entwicklung der SGAM-Toolbox hat man sich zwischen 2012 und 2017 eben jener Aufgabe der Modellentwicklung von komplexen Systemen im Smart Grid-Bereich angenommen. Bei der SGAM-Toolbox handelt es sich um ein Werkzeug, mit dem Aufgabenstellungen auf Basis des ‚Smart Grid Architecture Models‘ (SGAM) – die Mustervorlage für RAMI 4.0 – durchgängig modellierbar sind. Sie wurde vom Vorläufer der jetzigen Forschungsgruppe entwickelt und ist zurzeit mit Version 2.0 frei zum Download verfügbar. 

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1. Per Toolbox zur Umsetzung von RAMI 4.0
2. Zurückgreifen auf Bewährtes
3. Dekomposition von RAMI 4.0
4. Die RAMI-4.0-Toolbox
5. Der Entwicklungsprozess
6. Anwendungsbeispiele aus der Praxis

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