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Exklusiv-Interview zu den Digital Days

»Neue Wege für hybride Formate«

09. Juli 2020, 10:24 Uhr   |  Tiffany Dinges

»Neue Wege für hybride Formate«
© Deutsche Messe

Nachdem die Hannover Messe aufgrund der Corona-Pandemie verschoben und letztlich abgesagt werden musste, findet in Kürze die digitale Version statt. Arno Reich, Geschäftsbereichsleiter Industry, Energy & Logistics der Veranstalterin Deutsche Messe, bezieht Stellung.

Im Laufe des Frühjahrs bestand noch die vage Hoffnung, dass Messen wie geplant stattfinden können, die Zeit lehrte uns das Gegenteil. Wie haben Sie als Veranstalter diesen Prozess bis hin zum schweren Schritt der Absage der Hannover Messe erlebt?

Arno Reich: Als uns die ersten Meldungen zu dem neuen Corona-Virus aus China erreichten, haben wir – wie viele andere - noch daran geglaubt, dass es nicht zu einer Pandemie von derartig globalem Ausmaß kommen würde. Am 12. Februar haben wir unsere Hannover Messe Preview veranstaltet, zu der bereits keine Journalisten mehr aus China anreisten. Erst Ende Februar, Anfang März wurde uns bewusst, dass die Hannover Messe gefährdet sein könnte. Nach intensiven Gesprächen und in enger Abstimmung mit unseren Ausstellern sowie Trägerverbänden haben wir den Entschluss gefasst, die Messe auf Juli zu verschieben. Letztendlich war dann auch der Juli nicht zu halten und wir mussten schweren Herzens die Messe absagen. Für uns als Veranstalter war und ist es eine harte Zeit, aber wir werden die Krise nutzen und gestärkt daraus hervorgehen. Mit unserem Hannover Messe Digital Event beschreiten wir neue digitale Wege, um künftig mehr hybride Formate veranstalten zu können.

Wie schnell war Ihnen klar, dass die einzige Alternative in virtueller Form zu finden ist?

Die Hannover Messe Digital Days sind kein Ersatz für die eigentliche Hannover Messe und können nur Ausschnitte daraus abbilden. Aber sie sind in diesen Zeiten eine gute Möglichkeit für die Industrie, sich darüber auszutauschen, welche Hebel angesetzt werden müssen, um die Folgen des Shutdown abzumildern. Sie geben Orientierung und bieten eine Plattform für den Austausch, wie die industrielle Transformation sich fortsetzt, denn nach der Absage der Hannover Messe wurde schnell klar, dass die Unternehmen weiterhin Bedarf haben, ihre Produkte und Lösungen zu präsentieren und sich auszutauschen. Den persönlichen Kontakt aber werden die digitalen Formate nicht ersetzen können, sondern nur ergänzen.

Arno Reich, Geschäftsbereichsleiter Industry, Energy & Logistics bei der Deutschen Messe AG
© Deutsche Messe

Arno Reich, Geschäftsbereichsleiter Industry, Energy & Logistics bei der Deutschen Messe AG

Worauf dürfen sich die Besucher der "Hannover Messe Digital Days" am 14. und 15. Juli freuen?

Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern und unterstützenden Verbänden ein hochkarätiges und vielfältiges Programm organisiert. Den Auftakt der Veranstaltung bildet beispielsweise die Panel-Diskussion zum Thema „Forward to the New – Neue Chancen für den Fortschritt?“. Dort diskutieren Klaus Helmrich, Siemens, Oliver Jung, Festo, der BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf, Friedhelm Loh, Inhaber der Friedhelm Loh Group, Rolf Najork, Bosch, sowie Thomas Saueressig, SAP SE. Dann geht es mit spannenden Keynotes, Podiumsdiskussionen, Live-Chats, Networking und Innovationspräsentationen zu den aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Industrie, Energie und Logistik weiter. Das Besondere an den Digital Days ist, dass fast alle  Vorträge live sind und dass die Teilnehmer nicht nur direkt mit den Referenten diskutieren können, sondern sich auch mit allen anderen Teilnehmern vernetzen und kommunizieren können.

Das digitale Event ist auch für Besucher aus dem Ausland von Vorteil. Wird es zweisprachige Vorträge geben oder konzentrieren Sie sich auf eine Sprach-Variante?

Wir haben uns für einen Mix entschieden. Die Paneldiskussionen sind auf Deutsch und werden ins Englische gedolmetscht. Die allermeisten Sessions sind aber auf Englisch, da wir auch viele internationale Besucher ansprechen möchten.

Welche Auswirkungen wird die Corona-Pandemie Ihrer Ansicht nach über dieses Jahr hinaus auf die Messelandschaft in Deutschland haben? Und wie, glauben Sie, wird sich der persönliche Umgang mit dem Messealltag verändern?

Die Messelandschaft und die Messen selber werden sich verändern, aber eines ist klar: Messen werden auch in Zukunft ein wichtiges Marketing-Instrument sein.
Wir gehen davon aus, dass sich künftig mehr hybride Formate etablieren werden, d.h. ein Mix aus Präsenzveranstaltung und Digitalformat.  Nach den Hannover Messe Digital Days werden wir weitere Digitalformate anbieten, zum Beispiel als unterjährige Events - aber auch als Ergänzung zur Hannover Messe, um all die Besucher zu bedienen, die aus irgendwelchen Gründen nicht persönlich zur Messe anreisen können.

Ist die Registrierung kostenlos und wo können sich Besucher anmelden?

Für die Teilnehmer ist die Registrierung kostenlos. Ich freue mich auf viele Teilnehmer, auch wenn ich diese in diesem Jahr nur virtuell begrüßen kann. Zur kostenlosen Registrierung.

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1. »Neue Wege für hybride Formate«
2. Programm-Empfehlungen der Digital Days
3. Empfehlungen für den 15. Juli
4. WomenPower@Hannover Messe Digital Days

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