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Mitglieder erwarten Umsatzplus in China

17. November 2020, 10:01 Uhr   |  Andrea Gillhuber

Mitglieder erwarten Umsatzplus in China
© Pixabay/CC0

Der VDMA befragt im halbjährlichen Turnus seine Mitglieder zu den aktuellen Geschäftsentwicklungen in den BRIC-Staaten.

Die wirtschaftliche Erholung der BRIC-Staaten von der Corona-Pandemie bewerten die Maschinenbauer unterschiedlich. Allerdings rechnen viele in China mit einem Umsatzwachstum in 2020.

Die BRIC-Staaten – Brasilien, Russland, Indien und China – zählen mit zu den wichtigsten Märkten für den deutschen Maschinenbau. Der VDMA hat nun seine Mitglieder befragt, wie die Überwindung der Corona-Pandemie in diesen Ländern verläuft.

Laut einer aktuellen Umfrage unter VDMA-Mitgliedsfirmen in diesen Ländern hat sich die Lage in China bereits wieder normalisiert. Nach Unternehmensgröße gewichtet, beurteilt ein Drittel der vom VDMA befragten Tochtergesellschaften vor Ort die gegenwärtige Geschäftssituation als gut, die Hälfte (51 %) bewertet die Geschäftssituation als zufriedenstellend. »Unsere Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass der Aufschwung in China bei unseren Mitgliedern angekommen ist«, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Wiechers. »Allerdings gibt es je nach Teilbranche weiterhin große Unterschiede in der Einschätzung der jeweiligen Geschäftssituation. Besonders hervorzuheben sind vor allem Fluidtechnik, Antriebstechnik und Elektrische Automation. Schlusslicht bildet weiterhin die Werkzeugmaschinenindustrie“, fügt Wiechers hinzu. „Im Branchendurchschnitt erwarten unsere Mitglieder vor Ort für das laufende Jahr jedoch ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich.«

Russland überrascht

Die Umfrageergebnisse unter den VDMA-Mitgliedern in Russland zeichnen für manchen vielleicht überraschend ebenfalls ein positives Bild: 49 % bewerten die Geschäftssituation als gut und 48 % als zufriedenstellend.

»Der russische Markt für Maschinen und Anlagen zeigt sich trotz Corona-Krise erstaunlich robust. Auch die Maschinenexporte aus Deutschland nach Russland liegen von Januar bis August knapp über dem Vorjahresergebnis. Damit bildet Russland eine Ausnahme unter den Top-10 Absatzmärkten für deutsche Maschinenexporteure«, resümiert der VDMA-Chefvolkswirt.

Deutliche Auswirkungen in Indien zu spüren

Die negativen Auswirkungen von Covid-19 sind in Indien nach wie vor am deutlichsten zu spüren, auch wenn sich die Geschäftssituation der Unternehmen im Vergleich zur Frühjahrsumfrage kräftig verbessert hat: 11 % bewerten ihre Geschäftssituation als gut, und für 63 % ist diese mittlerweile zufriedenstellend. »Der Maschinenbau am Standort Indien wurde aufgrund des starken und weitreichenden Lockdowns Ende März ungleich schwerer getroffen als in vielen anderen Ländern. Die Lieferketten haben sich für viele Unternehmen in Indien noch nicht vollständig von diesem Schock erholt«, ergänzt Wiechers. »Laut Umfrageteilnehmern werde die Maschinenbaukonjunktur in Indien trotz positiver Wachstumsaussichten das Vorkrisenniveau erst im Jahr 2022 erreichen.«

Brasilien erholt sich schneller

Auch Brasilien – für den Maschinenbau der wichtigste Absatzmarkt und Produktionsstandort in Lateinamerika – scheint sich von der Corona-Krise schneller zu erholen als erwartet: 26 % beurteilen ihre Geschäftssituation als gut, knapp die Hälfte (49 %) als zufriedenstellend. In der Frühjahrsumfrage waren es noch mehr als die Hälfte, die ihre Geschäftssituation als schlecht bewerteten. »Die rasche Erholung in Brasilien zeigt sich nicht zuletzt in den Geschäftserwartungen unserer Mitglieder vor Ort. Zwei Drittel sind optimistisch, dass sich ihre Geschäftssituation in den nächsten sechs Monaten verbessert. Auf der anderen Seite gehen lediglich 3 % davon aus, dass sich ihre Lage verschlechtern wird«, sagt Wiechers.

Der VDMA befragt im halbjährlichen Turnus seine Mitglieder zu den aktuellen Geschäftsentwicklungen in den BRIC-Staaten. Die erste Umfrage erfolgte im Frühjahr 2016. Die jüngste Umfrage mit insgesamt rund 500 Teilnehmern wurde im Zeitraum 12. Oktober bis 30. Oktober 2020 durchgeführt.

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