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Materialengpässe belasten Maschinenbau

02. August 2021, 14:37 Uhr   |  mit Unterlagen der dpa

Materialengpässe belasten Maschinenbau
© Pixabay / CC0

Der Materialmangel erschwert die Produktion im deutschen Maschinenbau. Trotz dieser Umstände sieht der VDMA seine Umsatzprognose nicht in Gefahr.

Die aktuellen Zahlen des ifo Instituts zeigen: Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau leider immer stärker unter Materialknappheit. »Bereits 70 % der Unternehmen im Maschinenbau sehen ihre Produktion durch einen Materialmangel deutlich erschwert. Das ist mit Abstand der höchste Wert seit Veröffentlichung dieses gesamtdeutschen Indikators«, verdeutlich Dr. Ralph Wiechers. Betroffen seien alle, so der VDMA-Chefvolkswirt, allerdings unterschiedlich stark. Besonders problematisch ist die Versorgung mit Elektronikkomponenten und Stahl.

Damit hat sich die Lage gegenüber der letzten Erhebung im April weiter verschärft. Zu diesem Zeitpunkt meldeten bereits über 40 % der Teilnehmer am ifo-Konjunkturtest aus dem Maschinen- und Anlagenbau Knappheiten bei der Materialversorgung. Ausweislich einer VDMA-Umfrage ebenfalls aus dem April sah etwa jedes vierte Unternehmen eine zunehmende Anspannung in den Lieferketten innerhalb der nächsten drei Monate auf sich zukommen. Überraschend kam die Situation nicht. »Mit dieser Verschärfung war – leider! – zu rechnen«, so Wiechers.

Unternehmen getrübter Stimmung

Die schlechte Versorgungslage dürfte auch ein Grund für die weniger euphorische Stimmung der Unternehmer sein. Das ifo Geschäftsklima im Maschinenbau konnte im Juli erstmals seit neun Anstiegen in Folge nicht weiter zulegen. Grund dafür ist ein nachlassender Optimismus beim Blick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten (+29,6 % nach +33,3 im Juni). »Die Knappheit bei den Vorprodukten dämpft die Produktionspläne der Unternehmen. Zudem setzen wieder ansteigende Infektionszahlen in vielen für den Maschinenbau wichtigen Märkten die Lieferketten weiter unter Druck«, sagt Dr. Wiechers.

VDMA bleibt bei seiner Jahresprognose – Fachkräftemangel setzt sich fort

Trotz der Widrigkeiten bleibt der VDMA bei seiner Jahresprognose von +10 % Produktionswachstum. Denn die Unternehmen bewerteten nicht nur ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im Vormonat (+48,9 % im Saldo nach +45,6 %). Auch die Kapazitätsauslastung stieg im Juli im Vergleich zum April nochmals an und liegt mit 88,3 % nun deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 85,9 %. Außerdem konnte bisher ein Anstieg der Kurzarbeit beispielsweise in Folge ausfallender Zulieferungen vermieden werden. Im Juni lag die Kurzarbeit bei ca. 52.000 Beschäftigten – und damit nur noch geringfügig über dem Vor-Corona-Niveau. Vielmehr planen zahlreiche Unternehmen Neueinstellungen und berichten über zunehmende Besetzungsprobleme in Folge von Fachkräftemangel. »Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die Maschinen- und Anlagenbauer trotz aller Hindernisse und Herausforderungen engagiert und Willens sind, ihre Produktion zu steigern und ihre Kunden wo immer möglich zeitnah zu bedienen«, ergänzt Wiechers.

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