Bitkom zu Künstliche Intelligenz

Massive Umsetzungsprobleme bei KI


Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Mehr Impulse aus Forschung gewünscht

Die Unternehmen wünschen sich bei der Künstlichen Intelligenz mehr Impulse aus der Forschung, so der Digitalverband weiter. Nur rund jedes Dritte (39 %) meint, dass Deutschland bei der KI-Forschung zur Weltspitze zählt. Und lediglich 38 % glauben, dass die KI-Strategie der Bundesregierung ausreicht, um Wirtschaft und Gesellschaft auf KI vorzubereiten. Zwei Drittel (69 %) sind der Meinung, in Deutschland müssten mehr KI-Experten an den Hochschulen ausgebildet werden. Die KI-Strategie sieht unter anderem vor, 100 neue KI-Professuren in Deutschland zu schaffen, um die KI-Forschung zu stärken. Allerdings sind nach mehr als einem Jahr erst zwei Professuren besetzt worden, bei rund zehn weiteren ist das Verfahren weit fortgeschritten.

Bitkom hat aus diesem Grund das Impulspapier „KI-Forschung in Deutschland – Der schwere Weg zu 100 neuen KI-Professuren“ veröffentlicht, das eine Bestandsaufnahme zur KI-Forschung an den Universitäten in Deutschland liefert. Demnach gibt es aktuell 164 KI-Professuren an Universitäten in Deutschland. Die mit Abstand meisten in Baden-Württemberg (39), Bayern (30) und Nordrhein-Westfalen (23), die wenigsten in Sachsen (2) und Mecklenburg-Vorpommern (1). »Die Bundesregierung hat sich in ihrer KI-Strategie mit Blick auf die KI-Forschung an den Hochschulen ehrgeizige Ziele gesetzt«, so Berg. »Unter den bestehenden Bedingungen dürfte es aber sehr schwer werden, innerhalb einer überschaubaren Frist wie geplant 100 neue Professuren zu besetzen.«

Vier Maßnahmen für mehr Tempo

Bitkom schlägt deshalb vier Maßnahmen vor, wie das Tempo bei der Stellenbesetzung erhöht werden könnte:

  1. KI-Professuren sollten nicht nur in der Informatik, sondern auch in anderen Fachbereichen besetzt werden. Unter anderem würde so eine Pluralität der KI-Forschung gefördert und die Rolle der KI als Schlüsseltechnologie unterstrichen, die große Chancen etwa für die Medizin oder die Mobilität bietet, aber auch für Rechts- und Betriebswissenschaften.
  2. Angesichts der Bedeutung von KI plädiert Bitkom dafür, der Diversität bei der Stellenbesetzung ein besonderes Augenmerk zu widmen.
  3. Existierende regionale Stärken sollten gefördert werden. Eine neue Professur an einem bereits starken KI-Standort ist für Bewerber attraktiver als ein einsamer Kämpfer, der aus Regionalproporz an eine Hochschule berufen werden soll.
  4. Mit einem „Lehrstuhl 2.0“ könne man bei KI-Lehrstühlen über klassische Junior- bzw. W2/W3-Professuren hinausgehen, die für international umworbene KI-Experten oft unattraktiv sind. Vorreiter sind hier weltweit führende Universitäten, wo KI-Professoren oft nur in Teilzeit vor Ort lehren und forschen und zugleich ihr eigenes Startup leiten oder führende Forschungsaufgaben bei großen Unternehmen übernehmen.

»Wenn wir es ernst meinen mit der Stärkung der KI-Forschung an den deutschen Hochschulen, dann müssen wir bereit sein, unser Hochschulsystems insgesamt international wettbewerbsfähiger zu machen«, sagte Berg. »Mit einem KI-Lehrstuhl-2.0 stärken wir nicht nur die Forschung, wir schaffen auch einen deutlich besseren Transfer der Forschungsergebnisse aus der Wissenschaft in die Wirtschaft.«


  1. Massive Umsetzungsprobleme bei KI
  2. Steigender Bedarf an Trainingsdaten erwartet
  3. Mehr Impulse aus Forschung gewünscht

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