Bitkom zu Künstliche Intelligenz

Massive Umsetzungsprobleme bei KI


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Steigender Bedarf an Trainingsdaten erwartet

In einer weiteren Umfrage befragte Bitkom 503 Unternehmen aller Branchen ab 50 Mitarbeitern. Abgefragt wurde dabei unter anderem,

  • inwieweit Unternehmen bereits KI einsetzen oder planen, sie zu nutzen,
  • ob nach ihrer Ansicht bzw. Erfahrung die Analyse von personenbezogenen Daten erforderlich ist, damit KI-Anwendungen verwertbare Analyseergebnisse liefern können,
  • welche Maßnahmen vorgesehen sind, um beim Training von KI-Systemen mit personenbezogenen Daten den Datenschutz zu gewährleisten,
  • wie sich der Bedarf an Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz in den kommenden fünf Jahren im Unternehmen entwickeln wird.

Das Ergebnis: Eine zunehmende Bedeutung gewinnt vor allem das sogenannte maschinelle Lernen. Dabei werden KI-Systeme nicht lediglich programmiert, sondern auch mit geeigneten Daten trainiert. Die in den Trainingsdaten erkannten Muster und Informationen können die Systeme nach Abschluss des Trainingsprozesses auf bisher unbekannte Datenbestände übertragen. Der Bedarf an solchen Trainingsdaten wird in den kommenden Jahren stark zunehmen. Fast alle Unternehmen (94 %), die sich mit KI auseinandersetzen, gehen davon aus, dass der Bedarf an Trainingsdaten steigen wird. Zwei Drittel (66 %) sagen zudem, dass personenbezogene Daten genutzt werden müssen, damit die KI verwertbare Analyseergebnisse liefert. »Daten sind der Treibstoff für Künstliche Intelligenz“, so Berg. »Unternehmen, die KI entwickeln oder einsetzen, kommen daher schnell an den Punkt, dass sie auch auf Datensätze zurückgreifen müssen, die personenbezogene Daten enthalten.«

Hoher rechtlicher Aufwand

Die Unternehmen betreiben einen hohen Aufwand, um die rechtlichen Vorgaben beim Training von Systemen des maschinellen Lernens mit personenbezogenen Daten einzuhalten. Die meisten von ihnen, nämlich 69 %, erfüllen die datenschutzrechtlichen Vorgaben, indem sie die Einwilligung der Betroffenen einholen. Für 63 % der befragten Unternehmen führt kein Weg an der Anonymisierung der Daten vorbei, obwohl der für viele KI-Analysen besonders wertvolle Personenbezug dadurch entfernt wird. Jedes Fünfte Unternehmen nutzt die Pseudonymisierung, bei der Personenbezüge ersetzt werden. 42 % verarbeiten die Daten auf Grundlage einer datenschutzrechtlichen Interessenabwägung und 16 % greifen auf einen Dienstleister zurück, der den Datenschutz sicherstellen soll. Zugleich gibt jedes zehnte Unternehmen (10 %) an, von vornherein auf die Nutzung personenbezogener Daten zu verzichten. »Es gibt einen großen Bereich von Rechtsunsicherheit und rechtliche Risiken bei der Nutzung von Daten. Viele Unternehmen entscheiden sich im Zweifel gegen die Nutzung von Daten und gegen die Entwicklung von KI-Modellen«, sagte Berg. »Datensouveränität und Datensorgfalt müssen Datensparsamkeit als Leitmotiv ablösen, wenn wir die großen Zukunftsherausforderungen erfolgreich angehen wollen.«


  1. Massive Umsetzungsprobleme bei KI
  2. Steigender Bedarf an Trainingsdaten erwartet
  3. Mehr Impulse aus Forschung gewünscht

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