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IoT-Plattformen im Einsatz

28. Januar 2019, 00:30 Uhr   |  Bernd Groß

IoT-Plattformen im Einsatz
© Fotolia, MimiPotter

Im Zentrum von IoT-Lösungen stehen immer Daten: Sie zeigen Kundenverhalten, informieren über Abläufe in einer Maschine oder übermitteln Standort-Infos. Damit werden sie zur Basis von datenbasierten Geschäftsmodellen im Internet der Dinge – wie konkrete Praxisbeispiele zeigen.

Das Internet der Dinge (IoT) ist in der Praxis angekommen, immer mehr Unternehmen setzen auf Produkte, Services und Geschäftsmodelle für das IoT. Der Verband Bitkom hat Mitte letzten Jahres 553 Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern zum Status des IoT in ihren Unternehmen befragt. Eines der Ergebnisse: Vier von zehn Unternehmen nutzen bereits eine IoT-Plattform, haben also ihre strategische Bedeutung für Industrie 4.0 und digitale Transformation erkannt. 

Eine solche Plattform hilft Unternehmen dabei, die technischen IoT-Herausforderungen zu meistern. Sie vereint alle Komponenten für etwaige Projekte. Dazu zählt die Möglichkeit, Objekte zu vernetzen, Daten zu sammeln und sie in Echtzeit auszuwerten. Sie bietet gewöhnlich eine einfache Integration in bestehende Systeme und Prozesse und unterstützt die verteilte Datenverarbeitung zwischen Cloud, Edge und On-Premise-Computing. Vorkonfigurierte Services für gängige Anwendungsfälle wie etwa Predictive Maintenance oder Track & Trace erleichtern zusätzlich den Einstieg.

Predictive Maintenance von ­Dampferzeugern

Inzwischen sind die ersten mittelständischen Unternehmen mit IoT-Projekten am Start. Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte dafür, etwa die Vernetzung der Produkte des Unternehmens, um zusätzliche oder verbesserte Services für die Kunden zu entwickeln. Das ist auch die Vorgehensweise von Certuss, ein klassischer Mittelständler aus Krefeld. 

Certuss Dampfautomat
© Software AG

Certuss Dampfautomat mit Anwendung auf Basis von Cumulocity IoT.

Um den reibungslosen Betrieb seiner Dampferzeuger zu gewährleisten, hat der Hersteller einen Predictive-Maintenance-Service aufgebaut, der auf der Plattform ‚Cumulocity IoT‘ läuft. Dieser Service ist ebenso unter dem Stichwort vorausschauende Wartung bekannt. Er sorgt dafür, dass potenzielle Fehler frühzeitig erkannt werden und gar nicht erst zu einer Störung führen. Die Voraussetzung ist ein Smart Product: Ein vernetztes, intelligentes Produkt, das mit dem Internet verbunden ist und Computerfunktionen enthält. 

Demgemäß hat der Hersteller eine Produktreihe seiner Dampfautomaten mit einer SIM-Karte und Mobilfunkelektronik ausgestattet. Dadurch sind sie mit der IoT-Plattform in der Cloud verbunden und können Zustandsdaten übertragen. Die Daten selbst werden über die in den Geräten ohnehin vorhandene Elektronik ermittelt. Insgesamt sind das 60 Parameter, darunter Druck, Temperatur, Verbrennungszustand und Wasserstand. Durch die Analyse der Daten kann Certuss Fehlerprognosen mit detaillierten Diagnosen stellen. Der Hersteller ist damit in der Lage, schon frühzeitig zu erkennen, wann er einen Service-Techniker zu einem Kunden losschicken muss.

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1. IoT-Plattformen im Einsatz
2. Fernüberwachung von Bussen
3. Sicherheit bei Offshore-Energie-Anlagen
4. Kosten senken, Skalierbarkeit erhöhen
5. Optimierung der Lieferkette
6. Daten als Quelle für die Wertschöpfung

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