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Intelligente Datenvisualisierung

19. Februar 2020, 10:16 Uhr | Inka Krischke
Prozesstransparenz in der Praxis.
Prozesstransparenz in der Praxis.
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Wer seine Prozessdaten in Echtzeit sichtbar macht, kann sie ­effektiv nutzen. Doch wie lässt sich eine intelligente Datenvisualisierung für digitale Produktionsprozesse realisieren?

Das Zeitalter digitalisierter Fertigung bedingt, dass verschiedenste Maschinen, Sensoren und sonstige Datenquellen eine Vielzahl von Prozessinformationen liefern. Damit besteht –  zumindest theoretisch – eine sehr umfangreiche und mit fortschreitender Digitalisierung und Vernetzung der Anlagen weiter wachsende Informationsbasis für die Prozessoptimierung. Eine Herausforderung sind insbesondere drei Punkte:

• die individuelle Zugänglichkeit der Informationen für unterschiedliche Mitarbeiter,

• die sinnhafte Zusammenführung und Aufbereitung der Daten

• sowie die effektive Auswertung und Interpretation der Daten. 

In der Regel wird ein Bereitstellungszyklus von Rohdaten der verschiedenen Teilsysteme nur einmal pro Tag durchlaufen – im einfachsten Fall mit Visualisierungstools wie Excel oder Software von Herstellern wie Tableau, QlikView oder ähnlichen Anwendungen. Damit lässt sich allerdings die Frage danach, an welcher Stelle ein Fehler entstanden ist, oft erst am Ende eines Tages beziehungsweise eines Auswertungszyklusses beantworten – und zwar nur rückblickend, häufig nur unkonkret und nur von wenigen Einzelpersonen. Mit solchen retrospektiven Informationen kann niemand, der seinen Prozess direkt steuern und optimieren will, eine flexible Regulierung fein verzahnter Arbeitsschritte leisten. Doch gerade eine solche flexible Prozessoptimierung ist angesichts zunehmend individualisierter Fertigungsaufträge und Just-in-time-Produktion notwendig, um Effektivität und Prozesssicherheit zu gewährleisten.

Akute Fehlervermeidung

Um Fehler zu vermeiden, sollten alle Mitarbeiter eines Betriebes permanenten Einblick in laufende Prozesse haben. Hierzu sind Informationssysteme nötig, die jedem Beteiligten in Echtzeit die jeweils für ihn relevanten Informationen sammeln, sinnvoll miteinander verbinden und verständlich sichtbar machen. Mitarbeiter können adäquat reagieren, wenn sie Probleme im Ablauf frühzeitig erkennen – zum Beispiel mit Hilfe eines Fehlteil-Monitors, der nicht nur anzeigt, welche Materialien vorhanden sind und welche fehlen, sondern gleichzeitig angibt, welche nächsten Arbeitsschritte möglich und sinnvoll sind. Dadurch lassen sich frühzeitig neue Prioritäten setzen, bevor Mitarbeiter mit Arbeitsschritten beginnen, die schlimmstenfalls gar nicht abgeschlossen werden können und eine Störung des Gesamtablaufs zur Folge hätten.

Solche Informationen dienen als Grundlage für akute Fehlervermeidung während des Fertigungsprozesses selbst und befähigen handwerklich tätige Mitarbeiter zu mehr Eigenverantwortung. Andere Prozessinformationen sind für Schichtleiter, Planer und Manager von Nutzen, die solche individuell zusammengestellten Daten als Grundlage benötigen, um Prozesse zu optimieren und für die verschiedenen Produktionselemente eine gemeinsame Logik und standortspezifische Künstliche Intelligenz (KI) zu entwickeln.

 


  1. Intelligente Datenvisualisierung
  2. Kriterien für die optimale Visualisierung
  3. Prozesstransparenz in der Praxis

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