Schwerpunkte

IoT Hotspot

Finger weg von den Big Playern?

20. März 2020, 00:09 Uhr   |  Meinrad Happcher

Finger weg von den Big Playern?
© Senseforce

Michael Breidenbrücker, CEO von Senseforce

Viele Unternehmen sind dabei, eigene IoT-Lösungen zu entwickeln. Rund 60 % holen sich dabei externe Partner an Bord. Michael Breidenbrücker, CEO bei Senseforce, appelliert gerade an die Mittelständler, sich hierbei nicht auf die großen IT-Dienstleister zu versteifen.

Herr Breidenbrücker, IoT-Projekte scheinen in deutschen Unternehmen endlich angekommen zu sein. Wie sieht die aktuelle Lage im industriellen IoT-Markt aus? 

Michael Breidenbrücker: Digitalisierung bedeutet Umbruch, welcher früher oder später jede Branche ereilt. So stehen auch die Maschinen- und Anlagenbauer, die sehr mittelständisch geprägt sind, seit Jahren vor der Herausforderung, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dabei ist der deutsche Mittelstand definitiv auf einem guten Weg – zumindest was die Ambitionen angeht. Studien zeigen, dass industrielle IoT-Projekte nun auch in den mittelständischen Unternehmen an Bedeutung gewonnen haben und vielerorts schon erste Projekte über den Pilot-Status hinaus sind.

Generell geht der Trend dabei zu ‚Buy and create‘, sprich die Lösung wird nicht von der Pike auf neu entwickelt, sondern eine vorhandene Lösung eingekauft und dann an die eigenen Bedürfnisse angepasst. Auch bei der Implementierung holen sich viele Mittelständler externe Hilfe. Grund hierfür ist meist, dass IoT-Lösungen noch einen hohen Erklärungsbedarf und mittelständische Unternehmen einen Mangel an Software-Development-Ressourcen haben. Denn obwohl die Branche international einen guten Ruf genießt, ist sie für IoT, Big Data, Cloud oder Machine-Learning unzureichend aufgestellt. Deshalb suchen mittelständische Unternehmen auch nach passenden externen Partnern, die das Know-how besitzen und sie bei der Digitalisierung von Prozessen unterstützen können. 

»Mittelständler haben nichts davon, wenn IoT-Plattformen durch eine Heerschar von IT-Fachkräften betreut werden muss«

Was müssen mittelständische Unternehmen bei der Wahl eines IoT-Partners beachten? 

Breidenbrücker: Der Mittelstand zeichnet sich durch Innovationskraft und Flexibilität aus. Bei der Wahl eines Partners für die Realisierung von IoT-Projekten sollte dringend darauf geachtet werden, dass die Flexibilität erhalten bleibt. Konkret bedeutet das, dass sich die Lösung ohne großen Aufwand in die bestehenden Systeme integrieren, von einem auf ein anderes System migrieren und vor allem auch skalieren lässt. Wenn sich Anforderungen von Kunden und Industriepartnern ändern, müssen Mittelständler weiterhin flexibel reagieren können.
Wenn dabei die internen IT-Ressourcen begrenzt sind, empfiehlt sich die Suche nach einer Out-of-the-box-Lösung, die möglichst wenig Anpassung erfordert und die branchenspezifische Schnittstellen und Funktionen an Bord hat. Sollten Anpassungen nötig sein, beispiels­weise die Erstellung von abteilungsspezifischen Apps oder Dashboards für Vertrieb oder Service, so sollte darauf geachtet werden, dass sich diese ohne den Einsatz von IT-Fachex­perten oder Data Scientists erstellen lassen. 

Seite 1 von 3

1. Finger weg von den Big Playern?
2. Die Unübersichtlichkeit des Marktes
3. Überzeugende Lösungen

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Ohne IoT-Plattformen geht es nicht mehr!
KI an der Werkzeugmaschine
Schritt zur Smart Factory
ZVEI fordert: Industrieproduktion aufrechterhalten

Verwandte Artikel

NoName Company