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IoT Hotspot

Finger weg von den Big Playern?

20. März 2020, 00:09 Uhr   |  Meinrad Happcher


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Die Unübersichtlichkeit des Marktes

IoT Hotspot
© Pixabay

Die Senseforce GmbH wurde 2016 von ­Michael ­Breidenbrücker gegründet und beschäftigt am Hauptsitz in Dornbirn, Österreich, 13 Mit­arbeiter. Senseforce bietet Kunden eine Plattform-as-a-Service-Lösung für die Umsetzung und Verwaltung von Industrial IoT-Projekten.

Was sind die größten Hürden, wenn es um die langfristige Implementierung von IoT-Projekten im Mittelstand geht? 

Breidenbrücker: Langfristig gesehen sind zwei Aspekte entscheidend: Zum einen gilt es, den Return on Investment und die Wirtschaftlichkeit im Blick zu behalten. Rechnet sich die Anschaffung meiner IoT-Lösung? Mittelständische Anlagen und Maschinenbauer investieren in eine IoT-Plattform, um damit ihre Produkte digital aufzuwerten und mit entsprechenden Diensten an ihre Kunden weiterverkaufen zu können. Wenn nun aber die Kosten, genauer gesagt die Kosten für die Inbetriebnahme und laufende Consulting-Verträge entsprechend hoch sind, schmilzt die Marge. Das beobachten wir oft, gerade bei den großen Hyperscalern. Diese bieten eine Basis-Plattform an, die ohne entsprechenden Support nicht genutzt werden können. Wenn sich diese Kosten nicht weitergeben lassen, ist der Betrieb schlicht unwirtschaftlich. 

Ein zweiter Aspekt, der ebenfalls mit den Kosten zu tun hat, ist der laufende Betrieb. Lässt sich meine Plattform mit den bestehenden IT-Ressourcen betreiben? Sowohl Mittelständler als auch deren Kunden haben nichts von einer Plattform, die durch eine Heerschar von IT-Fachkräften betreut werden muss – gerade in der aktuellen Situation, in der Experten für Big Data, IoT und KI Mangelware sind.

Wenn es darum geht, sich für einen IoT-Anbieter zu entscheiden, greifen Mittelständler immer noch oft auf wohlbekannte Anbieter zurück. Warum?

Breidenbrücker: Es stimmt, viele Unternehmen erzählen uns, dass sie zu den großen Software-Konzernen gehen. Es ist wie im Privatleben: Menschen tendieren bei dem Kauf eines Produktes immer zu den wohlbekannten Anbietern. Das liegt sicherlich auch an der Unübersichtlichkeit des Marktes. Diese führt dazu, das IT-Entscheider oft keinen Überblick mehr über Angebote haben und nur schwer einschätzen können, welche Dienste die erhofften Leistung abdecken können. Von einem der  großen Cloudbetreiber erhofft man sich dann ein Rundum-Sorglos-Paket. Doch die Leistung dieser Anbieter sind auf große Konzerne zugeschnitten, nicht auf den Mittelstand. Mein Rat: Investiert Zeit in die Wahl des Partners und lasst die Finger von den Big Playern.

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1. Finger weg von den Big Playern?
2. Die Unübersichtlichkeit des Marktes
3. Überzeugende Lösungen

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