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Die ‚Subscription Economy‘

25. Mai 2020, 09:30 Uhr   |  Thomas Rappold / Inka Krischke

Die ‚Subscription Economy‘
© Unleash

Der bedeutendste Wirtschaftstrend der aktuellen Dekade? Besitz wird zur Belastung und immer mehr Kunden zahlen für Dienstleistungen im Abonnement. So avanciert das Dienstleistungs-Abo zum zentralen Baustein der Industrie-4.0-Digitalwirtschaft im 21. Jahrhundert.

Der New Yorker Marketing-Professor Scott Galloway ist weithin bekannt durch seinen Bestseller ‚the four‘, in dem er die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google entschlüsselt. Spricht Galloway über neue Trends, spitzen Analysten wie Börsianer die Ohren. Den aktuellen Wandel hin zu Abo-getriebenen Dienstleistungen hält Galloway »für den größten wirtschaftlichen Wandel der letzten 20 Jahre«.
Die aktuelle Corona-Krise legt schonungslos offen, wie schnell ganze Industriezweige lahmgelegt werden können und die damit verbundenen Unternehmen in rasender Geschwindigkeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten und ihre Absatzmärkte kurzfristig stark einbrechen. Unternehmen mit einem niedrigen Digitalisierungsgrad und keinem direkten Zugang zu End-kunden über digitale Kanäle, die rein im Produktverkauf unterwegs sind, werden künftig komplett umdenken müssen. Und zwar nicht nur hinsichtlich der aktuell diskutierten Frage nach einer anderen Globalisierungs- beziehungsweise Lieferkettenstrategie.

Corona – Katalysator der Subscription Economy

Thomas Rappold: »Deutschland braucht einen 50-Mrd.-Euro­Technologie­zukunftsfonds.«
© Thomas Rappold

Thomas Rappold ist Finanz- und Börsenexperte, Buchautor (Silicon Valley Investing) und Gründer zahlreicher Internet-Start-ups.

Noch befinden wir uns mitten in den Wirren des Coronavirus. Doch als lang-fristig orientierte Anleger sollten wir einen mutigen Blick in die Zukunft richten und uns die Frage stellen, ob das Corana-Virus einen kulturellen Wandel auslösen wird und wer die Gewinner des Gezeitenwechsels sein werden. Die globale Finanzkrise 2008/2009 führte zu einer großen Anzahl an Innovationen im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs durch Unternehmen wie PayPal, Square und den Börsenkandidaten Stripe. Auch die Blockchain-Idee entstand inmitten und aufgrund der Finanzkrise, um alternative und vertrauenswürdige Formen der Übertragung von Geld, Waren und Wertgegenständen zu schaffen. Der Begriff ‚FinTech‘ war geboren; Anleger pumpten in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar Investorengelder in diesen boomenden Markt. Das Corona-Virus könnte auf die Arbeitswelt einen ähnlich disruptiven Einfluss haben.

Remote Work und Cloud Computing

Ein Anfang ist es, dass Tech-Firmen wie auch klassische Unternehmen in erheblichem Maße auf Telearbeit umstellen. Erste Nutznießer dieser Welle sind Videoconferencing-Unternehmen wie Zoom oder die Cloud-Speicher-Anbieter Dropbox und Box sowie der Messaging-Spezialist Slack. Neue Kommunikationsstandards sind gefordert, die die klassische E-Mail ersetzen können. Kombinationen aus kollaborativen Werkzeugen wie Video-conferencing und Projektmanagement in neuen Augmented- und Virtual Reality-Umgebungen werden kommen. 
Weitere Profiteure des Wandels sind Infrastruktur-as-a-Service-Unternehmen wie Alphabet oder Microsoft mit ihren jeweiligen Cloud-Diensten.

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2. Digitale Industrie-4.0-Abo- und ­Mehrwertdienste

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