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Deutschland nicht mehr Exportweltmeister

13. Juli 2021, 09:40 Uhr   |  dpa

Deutschland nicht mehr Exportweltmeister
© Pixabay / CC0

China hat Deutschland im vergangenen Jahr als Exportweltmeister abgelöst.

China hat Deutschland Exportweltmeister im Maschinenbau im vergangenen Jahr abgehängt. Das ist das Ergebnis einer Studie des VDMA. Für die Zukunft wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.

Deutschlands Maschinenbauer haben nach eigener Berechnung ihren Titel als Exportweltmeister an China verloren. Einer ersten Schätzung des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) für das vergangene Jahr zufolge kam China mit 165 Milliarden Euro auf einen Anteil von 15,8 % am gesamten Exportvolumen mit Maschinen und Anlagen.

Deutschland verkaufte demnach Maschinen und Anlagen im Wert von 162 Milliarden Euro ins Ausland und kam damit 2020 auf einen Anteil von 15,5 % an dem auf rund 1048 Milliarden Euro geschätzten globalen Außenhandelsvolumen in diesem Bereich. Im Jahr 2019 hatten die deutschen Anbieter in der Außenhandelsstatistik des Maschinenbaus noch einen Vorsprung von 1,4 Prozentpunkten auf China. Über die Studie, die der VDMA am Mittwoch veröffentlichte, hatte zuvor die »Welt« berichtet.

»Gerade die Corona-Pandemie hat Chinas Aufstieg einen kräftigen Schub verliehen, weil das Land sehr früh und nur sehr kurz betroffen war, während der europäische Absatzmarkt durch die Pandemie einen kräftigen Dämpfer erlitt«, erklärte der Leiter VDMA Außenwirtschaft, Ulrich Ackermann, in einer Mitteilung des Verbandes. »Eine starke wirtschaftliche Erholung in der EU könnte dafür sorgen, dass die Maschinenexporte aus Deutschland und anderen europäischen Ländern 2021 wieder stärker wachsen. Aber der langfristige Trend spricht klar für China.«

Positive Effekte der Strategie »Made in China 2025« erwartet

Der Aufstieg Chinas eröffnet nach Einschätzung des VDMA zugleich Chancen für deutsche Hersteller. Zum Beispiel gebe es auf dem Gebiet von Industrierobotern »spürbaren Nachholbedarf« in China, was gute Exportchancen verspreche. Einer der Studie zugrunde liegenden Umfrage unter 222 Mitgliedsfirmen zufolge schätzen rund 36 % der Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland und der Schweiz die chinesische Strategie »Made in China 2025« als positiv für das eigene Geschäft ein. Mit dieser Strategie und dem aktuellen Fünf-Jahres-Plan strebt die Volksrepublik eine technologische Vorherrschaft auf verschiedenen industriellen Feldern an, etwa bei intelligenter Fertigung und Robotik oder in der Landtechnik.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, VDMA Verband Deutscher Maschinen- u. Anlagenbau e.V.

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