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Der Weg aus der Krise


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Neue US-Administration, neue Herausforderungen

Mit dem Einzug der neuen US-Administration unter Joe Biden und Kamala Harris ins Weiße Haus rechnet der VDMA auch mit einer Rückkehr von Verlässlichkeit. Der neue US-Präsident bekennt sich eindeutig zu multilateralen Vereinbarungen, wie dem Pariser Klimaabkommen oder der WTO. Positiv sei auch, dass Bidens Agenda wesentlich durch einen ‚Green New Deal‘ geprägt werde, der sich fundamental von der Trump-Agenda unterscheidet. Der anvisierte Umbau der US-Industrie hin zu einer deutlich sozialpolitischeren und klimaorientierten Wirtschaft verspreche auch neue Chancen für den europäischen Maschinenbau, so die Ansicht des Branchenverbands. Außerdem rechne man damit, dass die » inflationäre Androhung von Strafzöllen zum angeblichen Schutz der nationalen Sicherheit jetzt aufhören«. Dennoch warnte Haeusgen davor, dass zwar eine berechenbarere Handelsbeziehung zu erwarten sei, allerdings auch weiter ein Protektionismus in Bezug auf Arbeitsplätze in den USA. »Eine eigenverantwortliche und handlungsfähige EU einerseits und eine klare transatlantische Bindung und Partnerschaft andererseits sind kein Widerspruch – im Gegenteil«, betonte Haeusgen.

Forderung nach neuen Freihandelsabkommen

Aktuell beträgt der Exportanteil des Maschinenbaus aus Deutschland rund 80 %. Dieses Modell sei durch den weltweit zunehmenden Protektionismus beispielsweise durch die USA und auch China akut gefährdet, warnte der VDMA-Präsident. Laut einer Schätzung des VDMA sind inzwischen rund 35 % der Exporte aus Deutschland in Drittstaaten von Handelshemmnissen betroffen. Der Verband fordert daher grundsätzlich einen freien Zugang für Maschinen und Anlagen, für Kapital und auch für Personen auf allen Märkten. »Wer freie Märkte will, kann nicht Wasser predigen und Wein trinken«, mahnte Haeusgen.

VDMA-Zahlen 2020

Maschinenproduktion
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Produktionswert im deutschen Maschinenbau.
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Umsatz im deutschen Maschinenbau.
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Der VDMA lehnt deshalb die von der Bundesregierung geplante Verschärfung des Außenwirtschaftsrechts und der Außenwirtschaftsverordnung für Investitionen aus Drittstaaten ab. Vielmehr gelte es, auf neue Freihandelsabkommen der EU mit den wichtigsten Handelspartnern zu setzen, insbesondere mit den USA, so der Branchenverband.

Die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay)seien attraktive Absatzmärkte für Maschinenproduzenten aus aller Welt. Europäische Firmen aber sind hinter den USA und China nur drittwichtigster Maschinenlieferant der Region. Der VDMA setzt sich für eine rasche Ratifizierung des Mercosur-EU-Abkommens ein. Nicht nur, weil es ein Wirtschaftsabkommen sei, sondern auch eine erhebliche politische Dimension habe, so der Verband. »Dieses Abkommen bietet einen eigenständigen Handlungsspielraum für den Mercosur und verhindert damit Abhängigkeit. Es baut auf ehrliche Partnerschaft und Zugang zu moderner Industrietechnologie«, erläuterte der VDMA-Präsident.


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