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Der Daten-Marktplatz NRW

22. Januar 2021, 08:34 Uhr   |  Meinrad Happacher

Der Daten-Marktplatz NRW
© Wisam Zureik, WZL

Datensouveränität und -integrität per DatenMarktplatz.NRW – in der WZL-Maschinenhalle wird der IoT-Datenraum bereits gefüttert.

Ein transparenter IoT-Datenraum der digitalen Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen soll Industrieunternehmen souverän und integer die richtigen Daten zur richtigen Zeit bereitstellen. – Es werden noch Konsortialpartner gesucht.

Informationen aus den Daten und Modellen des IIoT gelten als wichtigster Treiber des digitalen Fortschritts: Vernetze Produktionsdaten ermöglichen nach Verarbeitung mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) unter anderem die Abbildung von Zusammenhängen über Maschinenzustände, Qualitäten und Umgebungsparameter. 

Für viele Unternehmen ist die Verfügbarkeit von industriellen und qualitativ hochwertigen Daten aus dem Internet of Things deshalb nicht nur eine essenzielle Voraussetzung für die digitale Wirtschaft, sondern auch ein wichtiger Wettbewerbsvorteil gegenüber der internationalen Konkurrenz. Bislang sind jedoch nur 16 Prozent der industriellen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen (NRW) ausreichend digitalisiert und vernetzt, also mit mindestens zwei zusammenarbeitenden Unternehmen verbunden. Hinzu kommt, dass bei den ausreichend vernetzten Unternehmen die Datenanalysten bis zu 80 Prozent ihrer Zeit für die Aufbereitung und Qualitätssicherung der Daten aufbringen müssen.

Ein dezentraler IoT-Datenraum

Um Kooperationen zu vereinfachen und die Datennutzbarkeit effektiv zu steigern, wurde vom Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT sowie von der Senseering GmbH der DatenMarktplatz.NRW konzipiert. Als dezentraler IoT-Datenraum soll er jedem Industrieunternehmen die richtigen Daten zur richtigen Zeit bereitstellen. Dadurch müssen Unternehmen weniger Zeit in die eigene Digitalisierung sowie weniger Geld in die Anschaffung teurer Messtechnik und Infrastruktur investieren, ohne die Souveränität und Hoheit über die eigenen Daten zu verlieren. Zugleich haben unternehmensinterne Datenanalysten einen einfacheren Zugang zu besseren Daten.   
Ein Datenaustausch scheitert oftmals am Misstrauen hinsichtlich der Herkunft, Integrität, Qualität und Validität von Produktionsdaten. Um Datenintegrität und Datenhoheit zu garantieren, wurde der DatenMarktplatz.NRW auf Basis einer Blockchain-Variante (unter anderem die Distributed Ledger Technologie der IOTA Foundation Berlin) erstellt, welche die notwendige Infrastruktur für einen unternehmensübergreifenden, transparenten und nachvollziehbaren Datenhandel schafft. Der freie Handel von Daten zwischen Datenproduzenten, Data Scientists und Datenkonsumenten ist dadurch gewährleistet.

Eigene Interpretation eines GAIA-X Netzes

Das WZL und die Senseering GmbH haben dazu eine eigene Interpretation eines dezentralen, unternehmensübergreifenden Internet-of-Things-(IoT)-Datenraum unter dem vorläufigen Projektnamen "MachineCloud" realisiert: "Die MachineCloud ist unsere Interpretation eines digitalen, GAIA-X inspirierten und GAIA-X konformen Wertschöpfungsnetzes oder eines digitalen Datenmarktplatzes, speziell entwickelt für industrielle Datenquellen und große industrielle Datenmengen. Ziel ist es, eine sichere, netzübergreifende Datenverfügbarkeit für alle Akteure zu gewährleisten, um die eigenen Prozesse durch digitale Zwillinge zu optimieren", erläutert Prof. Thomas Bergs, Geschäftsführender Direktor des WZL und Inhaber des Lehrstuhls für Technologie der Fertigungsverfahren. 

Teilnehmende Unternehmen können ihre eigenen Daten systematisch mit anderen Unternehmen teilen, um datengetriebene Services gemeinsam zu entwickeln, während im Hintergrund die MachineCloud die Datenintegrität jeglicher Urheberdaten im gesamten System sichert und so eine lückenlose Nachverfolgung der Validität der Daten gewährleistet.

Early Adopter für Datennetzwerk gesucht!

Interessierte Unternehmen können Teil des ersten IoT-Datenraums in Nordrhein-Westfalen werden und sich formlos über die Website bewerben. Es werden industrielle IoT-Datenproduzenten insbesondere aus den folgenden Branchen gesucht: Produktion, Energie, Logistik, Mobilität, Agrarwirtschaft,Chemie, Smart Cities, Gesundheitswesen.


Community-Leader mit Reichweite (Verbände oder Marktführer), welche die späteren Use Cases in den oben genannten Branchen organisieren und führen können, sind ebenso zur Teilnahme eingeladen, wie Use-Case-Leader mit Strahlkraft und Plattformwirkung (KMU oder Großunternehmen), welche innerhalb ihrer Branche als skalierbares und wertvolles Leuchtturmprojekt fungieren. Bewerbungen für die Teilnahme am Pilotprojekt DatenMarktplatz.NRW sind bis Ende Februar 2021 via www.datenmarktplatz.nrw möglich.

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