Schwerpunkte

"Drei Fragen an..." - die Mai-Edition

Corona: Die Veränderung als Chance

08. Mai 2020, 09:30 Uhr   |  Tiffany Dinges


Fortsetzung des Artikels von Teil 7 .

Kawasaki Robotics: »Die Krise gibt der Automatisierung in ganz Europa einen enormen Aufschwung«

Carsten Stumpf, Vice President Kawasaki Robotics Deutschland
© Kawasaki Robotics

Carsten Stumpf, Vice President Kawasaki Robotics Deutschland.

Für Carsten Stumpf gehört es zu den aktuellen Herausforderungen, das Unternehmen Kawasaki Robotics durch die Krise zu lenken. Durch seine bisher-igen Karrierestationen, die ihn auf dem Weg zum jetzigen Vice Manager zunächst in die Netzwerkadministration, in den Vertrieb und ins Marketing führten, ist er in der Lage, die jeweils notwendigen Anforderungen von Mitarbeitern und Kunden aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Wie es ihm gelingt, alle Sparten miteinander zu vernetzen und durch alternative Methoden auf die neue Situation anzupassen, um gemeinsam gestärkt aus der Krise zu kommen, erzählt er uns im Interview.

Wie hat sich die Arbeit in Ihrem Unternehmen und vor allem für Sie persönlich in den letzten Wochen verändert? 

Stumpf: Die Krise hat definitiv einen deutlichen Effekt auf unser Geschäft: Die Marktsituation in Deutschland ist von Vorsicht, Unsicherheit und geringen Investitionen geprägt. Und als Europazentrale in Neuss spüren wir natürlich auch die Restriktionen im Warenverkehr innerhalb Europas. Der Wegfall von Messen und Kundenbesuchen ist vertriebsseitig definitiv ein Einschnitt für uns. Aber: Wir bleiben aktiv, unterstützen unsere Kunden, gehen neue Wege und bereiten uns auf die Zeit nach der Krise vor – doch wie in fast allen Branchen gilt es auch für uns derzeit durchzuhalten, bis die Situation sich entspannt.

»Der kreative Fluss wird teilweise unterbrochen«

Persönlich und geschäftlich bedeutet das, dass viele Meetings verschoben werden und sich unsere Kommunikationswege verändern. Ich verbringe, wie meine Kolleginnen und Kollegen in der Technik, im Service und im Vertreib auch, ungewöhnlich viel Zeit im Büro oder im Home Office und nicht beim Kunden. Notwendige Meetings werden vorzugsweise per Web-Meeting oder Konferenz-Call durchgeführt.

Teilweise wird dabei der kreative Fluss, der in manchen Projekten wichtig und notwendig ist, unterbrochen, was sehr schade ist. Wir finden allerdings immer einen Weg, wieder neu anzuknüpfen.

Wie lässt sich dieser Ausnahmezustand meistern, vielleicht sogar positiv nutzen und wie gehen Sie persönlich mit der aktuellen Situation um?

Stumpf: Wie unzählige Betriebe weltweit sind wir durch die Coronakrise gezwungen, in vielerlei Hinsicht umzudenken. Aber ich kann sagen: Ob allgemeine Vorsichtsmaßnahmen, alternative Kommunikationswege oder digitale Angebote – die Akzeptanz ist hoch. Über Videokonferenzen, Fernwartung und andere Maßnahmen bleiben wir weiterhin untereinander, aber natürlich auch mit Kunden und Partnern in ganz Europa im engem Kontakt, auch bei technischem Support. Und neue digitale Konzepte wie die Fernwartung via Datenbrille oder die nun vollständig als Webinare verfügbaren Trainings unserer Academy werden von unseren Kunden sehr positiv aufgenommen.

Wo sehen Sie auf Ihre Arbeit/Ihren Arbeitsplatz bezogen die größten Herausforderungen für die kommenden Monate?

Stumpf: Keine Frage: Wir merken natürlich, wie abhängig wir vom inter-nationalen Warenverkehr oder auch Messeauftritten und persönlichem Kontakt mit Kunden sind. Besonders Letzteres können und möchten wir nicht ersetzen, aber wir nutzen die Krise natürlich, um neue Konzepte zu testen sowie Altbewährtes auf den Prüfstand zu stellen. Zudem müssen wir die aktuelle Delle im Geschäft erst einmal durchstehen und geduldig auf das Ende der Krise warten, ohne dabei wertvolle Zeit für die Weiterentwicklung des Geschäfts und des Marktes zu verlieren. Zweifelsohne wird die Coronakrise der Automatisierung in ganz Europa einen enormen Aufschwung verleihen – sowohl zum Schutz der Mitarbeiter, um weniger anfällig zu sein, aber auch, um den Produktionsstandort Europa nachhaltig zu stärken und Abhängigkeiten zu reduzieren. Doch diesen Effekt werden wir erst mittelfristig, nach der Krise, erleben. Ein wichtiger Fokus in den kommenden Monaten wird für uns daher sein, uns auf diesen Aufschwung vorzubereiten und die steigende Nachfrage gezielt zu bedienen. 

Carsten Stumpf und das Unternehmen Kawasaki Robotics im Kurzportrait

Carsten Stumpf, Vice President Kawasaki Robotics Deutschland
Kawasaki Robotics Gebäude

Alle Bilder anzeigen (2)

Seite 8 von 8

1. Corona: Die Veränderung als Chance
2. Endress+Hauser: »Der Spirit von Endress+Hauser funktioniert auch im Home Office«
3. Universal Robots: »Kreative Lösungen für neue Problemstellungen«
4. RS Components: »Der Schlüssel zur Lösung liegt in der Kreativität«
5. Elektro-Bauelemente May KG: »Herausforderungen im Team meistern«
6. Bihl+Wiedemann: »Wir gehen gestärkt aus der Krise«
7. Janitza electronics: »Solidarität zeigen und die eigene Gesundheit wertschätzen«
8. Kawasaki Robotics: »Die Krise gibt der Automatisierung in ganz Europa einen enormen Aufschwung«

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Verwandte Artikel

RS Components GmbH, Universal Robots , Bihl+Wiedemann GmbH, Elektro-Bauelemente May KG, Janitza electronics GmbH, Kawasaki Robotics GmbH, Endress + Hauser GmbH, ENDRESS + HAUSER Messtechnik GmbH + Co. KG

Robotik

Markt CARed