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Aus dem Takt?

23. März 2020, 14:40 Uhr   |  Meinrad Happcher


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Maschinentakt per Optimierung der ‚Nebenzeit‘ gesenkt

Der Ablauf zeigt, dass nach diesem Schritt alle folgenden früher beginnen und somit die gesamte Bearbeitung verkürzt werden konnte. Bei der ‚Nebenzeit‘ handelt es sich um eine nicht-automatisierte Bewegung, die durch einen Bediener ausgeführt wird. Die Optimierung bestand darin, dem Mitarbeiter ein besseres Werkzeug zur Bearbeitung zur Verfügung zu stellen – eine kleine Änderung mit einem erstaunlichen Effekt auf die Gesamttaktzeit dieser Station und letztlich auch auf die GAE der Anlage.

Diese Verbesserung muss natürlich in der Gesamttaktanalyse ebenso erkennbar sein (Bild 3). Für den Folgemonat Juli ließ sich der Median der Taktzeit unter den Solltaktwert senken – hier 53 Sekunden –, und darüber hinaus konnten die Schwankungen ebenfalls stark reduziert werden.

Bild 3. Vergleich der Referenzzeiträume für die Gesamttaktanalyse im Boxplott-Diagramm
© PIA

Bild 3. Vergleich der Referenzzeiträume für die Gesamttaktanalyse im Boxplott-Diagramm

Den Meldungsverlauf dokumentieren

Über die Gesamttakt- und Teiltaktanalyse hinaus lassen sich weitere aufschlussreiche Auswertungen mit piaOptimum darstellen und für die Produktionsoptimierung nutzen, etwa Anzeigen der Produktionsstatistik – die Granularität lässt sich nach Belieben festlegen: die gesamte Linie, einzelne Gruppen oder Stationen über jeden freien Zeitraum bis hinunter zu Zehn-Minuten-Paketen – oder auch Sammel- und Detailansichten über aufgetretene Störungen und Meldungen.

Bild 4. Meldungsverlauf der Station 6, sowohl nach Dauer als auch nach Anzahl
© PIA

Bild 4. Meldungsverlauf der Station 6, sowohl nach Dauer als auch nach Anzahl

Nach Auswahl eines bestimmten Analysezeitraums ist es möglich, die gesamten aufgetretenen Störungen und Meldungen nach bestimmten Meldungsnummern oder auch auf Stationen bezogen im Ablauf darzustellen (Bild 4). Im vorliegenden Beispiel zur Station 6 wurde die Meldung 2385 genauer betrachtet: „Trumpf Laserquelle TruDisk meldet Störung“. Die Diagramme zeigen einmal die Dauer der Meldung beziehungsweise der Störung 2385 und zum anderen die Häufigkeit, wie oft diese Meldung aufgetreten ist. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn obwohl eine Störung vielleicht nur einmal auftritt, verursacht sie womöglich einen mehrstündigen Anlagenstillstand.
Andere Störungen, die häufig auftreten, können vielleicht innerhalb von Sekunden durch Quittierung oder Anziehen einer Schraube behoben werden. Die obige Meldung trat im Verlauf des Julis mehrfach und mehrstündig auf und führte zu Stillständen der Station 6. Das zugrundeliegende Problem ließ sich durch weitere Detailanalysen des speziellen Fehlercodes der Laserschweiß-Komponente schließlich beheben. 

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1. Aus dem Takt?
2. Datenanbindung mittels OPC-UA ohne SPS-Eingriff
3. Maschinentakt per Optimierung der ‚Nebenzeit‘ gesenkt
4. Produktionsverlauf Station 8

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