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Rückblick: 1. Benchmark-Forum „Intelligentes Engineering“: Maschinenbau und Automatisierer an einem Tisch

Wie kann und muss das Zusammenspiel zwischen Maschinenbauern und Automatisierungstechnik-Anbietern zukünftig aussehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 1. Benchmark Forums „Intelligentes Engineering“, welches Ende März rund 260 Teilnehmer nach München lockte.

Der Maschinenbau ist im Wandel. Während früher die Mechanik das Engineering bestimmte, ist der moderne Maschinen- und Anlagenbau immer stärker von der Mechatronik geprägt – sprich vom Zusammenspiel von Mechanik, Elektrik und insbesondere der Software. Gerade der Umgang mit letzterer bereitet in der Praxis aber vielfach Schwierigkeiten. So laufen die Entwicklungszeiten für die Software, welche heute letztlich die Funktion einer Maschine ausmacht, immer öfter aus dem Ruder. Erschwerend kommt hinzu, dass die verfügbaren Engineering-Werkzeuge eine Modularisierung der Maschinen vielfach nicht im erforderlichen Maße mitmachen.

Für ITQ und Computer&AUTOMATION war dies Anlass, das 1. Benchmark-Forum „Intelligentes Engineering“ ins Leben zu rufen, in dessen Rahmen sich Maschinenbauer und Automatisierungstechniker gemeinsam dem Thema stellen sollten. Ein Aufruf, der auf breite Resonanz stieß und Ende März rund 260 Betroffene „an einem Tisch“ versammelte. Im Rahmen der zweitägigen Tagung mit begleitender Ausstellung legten sowohl der Moderator, Dr. Rainer Stetter von ITQ, als auch Vertreter des Maschinenbaus die „Finger in die Wunde“ und nannten die existierenden Probleme klar beim Wort. So tun sich viele Maschinenbauer bereits schwer, ihre Anforderungen an die zu lösende Steuerungsaufgabe klar genug zu formulieren. In der Folge kommt es nicht selten zu einer unzureichenden Spezifikation der Steuerungssoftware, der Test kann nicht im eigentlich erforderlichen Maße durchgeführt werden, und auch die Konfiguration von Hard- und Software inklusive der Verwaltung der Software-Versionen bereitet Kopfzerbrechen.

Im Anschluss an diese „Selbsterkenntnis“ waren die Automatisierungstechnik-Anbieter – darunter Siemens, Rockwell Automation, Beckhoff und B&R – gefordert, Farbe zu bekennen. Anhand einer vorgegebenen Kriterien-Liste mussten sie darlegen, ob beziehungsweise in welchem Maße ihre existierenden und zukünftigen Tools die Anwender bei der Lösung der angesprochenen Probleme unterstützen. Dabei wurde im Laufe der Vorträge klar: Die Ansätze in Richtung eines integrierten, intelligenten Engineerings sind bei allen klar erkennbar; im Detail unterscheiden sie sich jedoch zum Teil deutlich und die „eierlegende Wollmilchsau“ hat noch keiner der anwesenden Automatisierer im petto. - Eine Erkenntnis, die auch nicht verwundert, denn: Intelligentes Engineering ist nach einhelliger Meinung nicht nur eine Frage der verwendeten Automatisierungs-Toolsuiten, sondern hängt maßgeblich von der internen Organisation beziehungsweise Aufstellung der Maschinenbauer in puncto Mechatronik ab.

Alle Teilnehmer, denen die Ausführungen der Referenten nicht tief genug gingen, hatten während der Pausen ausreichend Gelegenheit, sich an den Ständen der begleitenden Table-Top-Ausstellung im Detail über die Vorteile und Eigenheiten der diversen Lösungen zu informieren. Neben Siemens, Rockwell, Beckhoff und B&R beteiligten sich daran die Firmen 3S-Smart Software Systems, NXT Control, Schneider Electric und KW Software. Und wem dies immer noch nicht ausreichte, dem bot sich am zweiten Kongresstag die Gelegenheit, an den jeweils zweistündigen Workshops teilzunehmen.