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Nachgehakt bei Dr. Michael Hecker: Von der Finanz-IT in die Industrie

GFT ist eigentlich in der Finanzbranche beheimatet. Mit dem neuen Geschäftsfeld ‚Industrie-Lösungen‘ will das Unternehmen nun gezielt Unternehmen aus dem Fertigungsumfeld adressieren, die noch am Beginn ihrer digitalen Transformationen stehen.

Michael Hecker, GFT Bildquelle: © GFT

Dr. Michael Hecker der als Managing Director das Industriegeschäft bei GFT leitet.

Die Motivation und ­Strategie dahinter erläutert Dr. Michael Hecker, der sich seit September 2018 für den Ausbau des Geschäftsfeldes verantwortlich zeigt.

Herr Dr. Hecker, warum das neue Geschäftsfeld in einer komplett anderen Branche?

Michael Hecker: Die erweiterte Geschäftsstrategie von GFT basiert auf unserer Technologiekompetenz. Als IT-Experte haben wir durch die Integration von Finanztransaktionen in die Lieferkette der traditionellen Industrie bereits Erfahrung mit Kunden aus diesem Sektor gesammelt. Dabei haben wir festgestellt, dass unser Know-how ideal geeignet ist, um sie bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse zu unterstützen.

Und welche Unternehmen haben sie besonders im Blick?

Michael Hecker: Erste erfolgreiche Projekte haben gezeigt, wir möchten und können gerade mittelständischen Firmen aus dem indus­triellen Umfeld das enorme Potenzial neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Cloud-Engineer-ing zugänglich machen. Besonders der Mittelstand leidet unter einem massiven Mangel an Software-Spezialisten. ­Deshalb sind wir davon überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, das große Marktpotenzial von Industrie 4.0 kon-sequent zu nutzen. 

Welches Angebot beziehungsweise Portfolio können Sie bieten?

Michael Hecker: Zum einen bieten wir Unternehmen das gesamte IT-Portfolio, das wir im Bereich Financial Services entwickelt haben. In den letzten Monaten haben wir dieses bestehende Portfolio um industriespezifische Themen weiterentwickelt. Gerade für Anwender, die am Anfang der digitalen Transformation stehen, bieten wir einen ‚Readiness Check‘ an, bei dem wir ihre Innovationsfähigkeit auf Basis etablierter Methoden ermitteln. Daraus entwickeln wir gemeinsam eine digitale Strategie und setzen diese Schritt für Schritt um.

Wo sehen Sie ihren Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die schon lange im industriellen Bereich unterwegs sind?

Michael Hecker: GFT hat eine hervorragende internationale Präsenz: Wir setzen bereits auf Basis agiler Entwicklungsmethoden und -tech­nologien Projekte in jeder Dimension und auf der ganzen Welt um. Zudem können wir mit über 3000 Software-Experten in unserem European Software Engineering Center und weiteren 1000 im American Software Engineering Center jede Aufgabenstellung bearbeiten – von der verlängerten Werkbank bis zur komplett selbstständigen Bearbeitung von Entwicklungsleistungen. Unsere starke IT-Kompetenz sowie der permanente Fokus auf Innovationen und disruptive Technologie-Trends runden das Bild ab.

Im April letzten Jahres gab GFT die Partnerschaft mit der Software AG bekannt. Hat diese auch Auswirkungen auf ihr neues Geschäftsfeld?

Michael Hecker: Eines der Top-Themen bei Industrieunternehmen ist das IoT. Hier spielt die Software AG mit ihrer cloudbasierten Plattform ‚Cumulocity IoT‘ eine wesentliche Rolle. 

Für mittelständische Unternehmen ist es allerdings schwierig, komplexe IT-Plattformen eigenständig aufzusetzen und zu betreiben. Hier ist vor allem unsere große fachliche und methodische Expertise entscheidend, mit der wir Anwendern als ­Beratungs- und Technologiepartner zur Seite stehen. Auf dieser Basis setzen wir sowohl im Finanz- als auch im Industriesektor gemeinsam Projekte um.

Wie sieht der Fahrplan für die Zukunft aus?

Michael Hecker: Unser Ziel ist es, GFT als führenden Beratungs- und Tech­nologiepartner für Industriefirmen zu etablieren. Hierfür ­entwickeln wir unser ganzheitliches Portfolio an IT-Lösungen auf Basis neuer Technologien stetig fort. Jetzt gilt es, weitere potenzielle Mitarbeiter von unserem Vorhaben zu begeistern und für die GFT zu gewinnen. Zudem sind wir bereit, an der richtigen Stelle auch in anorganisches Wachstum zu ­investieren.