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Engineering: Per Toolbox zur Umsetzung von RAMI 4.0

Fortsetzung des Artikels von Teil 5.

Anwendungsbeispiele aus der Praxis

Die Sicherstellung der praktischen Anwendbarkeit der RAMI-4.0-Toolbox ist entscheidend für deren Verwendung. Mit anderen Worten: Es sollen industrielle Abläufe vereinfacht und kein zusätzlicher Overhead geschaffen werden. Aus diesem Grund wurden bereits mehrere industrielle Anwendungsfälle durchmodelliert – unter anderem die Entwicklung von in­dividuellen Schuhen in Losgröße 1 oder die Bereitstellung von intelligenten Schienen für U-Bahn-Strecken. Das Ergebnis dieser Anwendungsfälle steht online als durchklickbares Modell zur Verfügung.

Die ‚Blaupause‘ für die RAMI-4.0-Toolbox, die SGAM-Toolbox, findet bereits international Verwendung und kommt in einer Vielzahl an Projekten zur An­wendung. Für die RAMI-4.0-Toolbox gilt nun dieselbe Messlatte. Da es in diesem Bereich erst wenige Spezifikationen und Standards und noch viel weniger Erfahrung gibt, gilt es ständig Fortschritte aus Forschung und Wirtschaft zu evaluieren und die Toolbox um diese zu erweitern beziehungsweise darauf anzupassen. Zugute kommt hierbei ein agiler Entwicklungsprozess, welcher ständig durch einen Zyklus aus Entwicklung, Evaluierung und Anforderungsmanagement iteriert und somit stetig neue Ergebnisse integriert werden können.

Die aktuelle Version 0.5 der RAMI-4.0-Toolbox zeigt bereits, wie die Modellierung eines industriellen Systems aussehen kann. Dabei wird mit Partnern aus der Wirtschaft kooperiert und stetig an Optimierungen und der Integration von Standards gearbeitet. Die aktuelle und auch ältere Versionen der Toolbox sind ebenfalls online frei verfügbar und beinhalten den in den einzelnen Entwicklungsphasen erzielten Fortschritt. 

Ziel ist es, noch in 2018 eine Version 1.0 zu veröffentlichen und damit den ersten Schritt in Richtung einer unternehmensübergreifenden Verwendung zu gehen.

Autoren:
Christoph Binder ist Junior Researcher in der DSSE-Gruppe am Zentrum für sichere Energieinformatik (ZSE);
Christian Neureiter ist Gruppenleiter der DSSE-Gruppe am ­Zentrum für sichere Energie­informatik (ZSE);
Oliver Jöbstl ist Geschäftsführer von Success­factory Management ­Coaching.