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Eplan: Das Engineering automatisieren

Zur SPS IPC Drives 2016 stellte Eplan eine Lösung für die automatisierte Stromlaufplan-Generierung vor. Was hinter der neuen Software steckt, verrät Dieter Pesch, Bereichsleiter Produktmanagement & Entwicklung bei Eplan Software & Service.

Dieter Pesch von Eplan Bildquelle: © Eplan

Dieter Pesch: "Zum Start stellen wir die Software für eine gewisse Zeit kostenlos bereit. So können sich Anwender an eigenen Beispielen selbst von der Anwendung überzeugen."

Herr Pesch, was hat es mit Ihrer neuen Lösung auf sich?
Dieter Pesch:
Automatisierungslösungen im Bereich des konfigurationsbasierten Engineerings gelten häufig als komplex, schwierig und mit einem hohen Aufwand an Regelwissen verbunden. Viel Erfahrung und noch mehr Expertenwissen sind hier gefragt. Die neue Lösung, deren Verfügbarkeit wir von Eplan für das Frühjahr des kommenden Jahres geplant ist, soll Barrieren für den Einstieg abbauen. Egal, wie der Anwender seine Projekte strukturiert: Er kann auf Basis vorhandener Makros an jedem Punkt beginnen.

Für die automatische Stromlaufplan-Generierung bilden Makros die Grundlage. Das Regelwerk steckt jetzt also im System und nicht in den Köpfen. Es umfasst Eplan-Makros, übergeordnete Ordnungsstrukturen – sogenannte Typicals, vordefinierbare und speicherbare Konfigurationen und Optionen auf Basis von Variablen verknüpft mit logischen Operatoren. Vorwissen aus dem Bereich Konfiguration oder Variantenmanagement benötigt der Anwender nicht – lediglich das Wissen um Makrotechnologie, das heutzutage Standard ist.

Welche Voraussetzungen benötigen Unternehmen für den Einstieg?
Dieter Pesch: Voraussetzung ist der Einsatz der Eplan-Plattform mit der Software ‚Eplan Electric P8‘. Unsere neue Software ist komplett eingebettet in die Plattform, um das Datenhandling einfach und durchgängig zu gestalten.

Was unterscheidet Ihre Software von der bisherigen Lösung ‚EEC One‘ und von anderen, am Markt befindlichen Konfigurationslösungen?
Dieter Pesch: Die neue Lösung benutzt nicht mehr Excel als Frontend für die Bedienung beziehungsweise Erstellung von Regelwerken. Der Anwender wird in einer intuitiven Oberfläche schrittweise durch den Aufbau der eigenen Produktreihen geführt. Er speichert diese Strukturen in Regelwerke – so genannte Konfiguratoren – ab, die dann in einer automatisch erstellten Bedienoberfläche zur Verfügung gestellt werden. Das Besondere: Visual Basic- oder Programmierkenntnisse sind nicht notwendig, um tiefergehendes Regelwerk zu erstellen. Die neue Lösung zeichnet sich auch durch eine einfache Datenhaltung aus, die Einhaltung von Normen und Standards sowie leichte Administration, da alle Daten in einer Bibliothek gespeichert werden.

Wie hoch schätzen Sie das Einsparpotenzial im Vergleich zur klassischen Arbeitsweise mit copy & paste beziehungsweise Makros ein?
Dieter Pesch: Mit den bisherigen Konfigurationslösungen können wir klassisch 30 bis 50% Zeitersparnis im Elektro-Engineering erzielen, und auch diese Werte werden gewiss von der neuen Software erreicht. Durch das geänderte, wesentlich einfachere Konzept sehen wir jedoch eine deutlich kürzere Vorlaufzeit von der Einführung bis zur produktiven Nutzung.

Wie unterstützen Sie Anwender bei der Einführung?
Dieter Pesch: Etwa mit dem klassischen Präsenzseminar, mit dem wir in drei Tagen die Arbeitsweise der Software vermitteln. Darüber hinaus wird es regelmäßig Webinare mit Best-Practices-Beispielen geben. Eine weitere Option ist das neue Seminar Produktstrukturierung, das tiefere Grundlagen zur funktionsorientierten Arbeitsweise vermittelt.