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Machineering: Virtual versus Augmented

Bei Machineering können Messebesucher sowohl Virtual-Reality- als auch Augmented-Reality-Szenarien live testen – mit den Brillen Hololens, der Oculus Rift und der HTC Vive. Dr. Georg Wünsch, Gründer der Firma Machineering, über die Potentziale der neuen HMI-Möglichkeiten.

Hololens-Brille im Einsatz bei Machineering Bildquelle: © Machineering

Anwender können die 'Hololens'-Brille unter anderem mit Gesten bedienen.

Herr Wünsch, welche Potenziale bieten Virtual-Reality- beziehungsweise Augmented-Reality-Brillen speziell für das Engineering?

Wünsch: Mit dem Einsatz einer Virtual-Reality(VR)- Brille kann der Anwender tief in die Simulations-Modelle unserer Industrialphysics-Software eintauchen und beispielsweise Abläufe untersuchen, während die Simulation läuft. Zudem sind die Anbindung an reale Steuerungen sowie Handhabungsuntersuchungen möglich. Der User kann sich ohne Ablenkung durch die Umgebung explizit mit dem simulierten Modell befassen. Besonders eignet sich der Einsatz daher für Anwendung für Fabrik- und Layout-Planung, Produkt- und Anlagenentwicklung, Entscheidungsgrundlage für Designkonzepte, Gestaltung, ergonomische Untersuchungen und Schulungen.

Im Gegensatz zu VR besteht bei der Augmented-Reality(AR)-Brille wie der Hololens von Microsoft die Möglichkeit, Industrialphysics-Modelle in der realen Umgebung einzublenden. Zusätzlich sind Untersuchungen nach dem Was-wäre-wenn-Prinzip in der Planung und Entwicklung mit bewegten Objekten und Maschinen – auch mit realen Steuerungen - möglich. So können Live-Informationen aus der Steuerung direkt in das Modell eingeblendet werden. Der Vorteil in der AR-Technologie liegt vor allem darin, dass User während der Anwendung die Umgebung wahrnehmen und auch mit anderen Hololens-Nutzern interagieren können. Da die AR-Brille ohne Trackingsensoren auskommt, kann der Anwender sich uneingeschränkt bewegen. Die AR-Brillen eigenen sich besonders für die Fabrik- und Layout-Planung, Produkt- und Anlagenentwicklung, Produktion sowie After-Sales und Support 

Gibt es schon erste Anwendungen in der Praxis?

Wünsch: Wir arbeiten bereits mit Kunden zusammen, die dieses Thema erfolgreich umsetzen. Diese kommen aus der Lebensmittelbranche, Verpackungsbranche und auch der Automobilindustrie. Auch Steuerungshersteller und CAD- Hersteller nutzen bereits diese Technologien. Dabei kommt die neue Realität vor allem in den Bereichen Design Review und Validierungen von Produkten, Aufsetzen neuer Fertigungs- und Montageprozesse und interaktives Training für den Betrieb beziehungsweise die Wartung, Marketing und Vertrieb zum Einsatz.

Georg Wünsch von Machineering Bildquelle: © Machineering

Georg Wünsch: "Welches System die Nase vorn hat, wird sich mit der Markteinführung der AR-Brille ‘Hololens’ zeigen"

Welche Technologien haben das größte Potenzial?

Wünsch: Die ‚Hololens‘ wird in Europa erst ab Dezember 2016 erhältlich sein. Daher nutzen es im Moment sehr wenige Unternehmen. Doch Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeit sehen wir großes Potenzial, dass sich AR mit der HoloLens durchsetzen wird. Die Brille ist derzeit in der Developer-Version verfügbar. Wir gehen davon aus, dass mit dem neuen Release nochmals große Verbesserungen umgesetzt werden. Im Gegensatz dazu sind VR-Systeme in Deutschland bereits weitverbreitet. Einige Unternehmen setzen schon darauf. Es wird sich mit der Markteinführung der AR-Brille zeigen, welches System die Nase vorne hat.

Wie anspruchsvoll ist die Integration?

Wünsch: Die Integration beider Systeme ist unkompliziert. Die mit Industrialphysics simulierten Modelle werden statt auf dem Bildschirm oder einer 3D-Powerwall direkt in der VR-Brille angezeigt. Die VR-Systeme werden via Plug and Play angebunden, das heißt die laufende Simulation kann sofort dargestellt werden. Lediglich das Trackingsystem muss installiert werden.

Für den Einsatz der AR-Brille muss nur die Hololens-App heruntergeladen werden und schon synchronisiert sich das Gerät automatisch mit der Simulation.