Sie sind hier: HomeUnternehmensebeneEngineering

Eplan: 'Hot Spots' im Schaltschrank verhindern

'Thermal Design Integration' von Eplan, Phoenix Contact und Rittal hilft bei der Planung von Klimatisierungsmaßnahmen im Steuerungs- und Schaltanlagenbau. So sollen Fehlplanungen sowie Ausfallzeiten und ungeplante Serviceeinsätze vermieden werden.

Darstellung der Thermal Design Integration Bildquelle: © Eplan Software & Service

Darstellung der 'Thermal Design Integration': Beim Türaufbau des Klimageräts reicht der optimal klimatisierte Bereich nicht bis zur Schrankwand (Bild links). Beim Seitenwandanbau links liegen alle Komponenten im optimal klimatisierten Bereich (mittiges Bild) und die lüftungstechnischen Sperrräume sind frei von Hindernissen (Bild rechts).

Das ganzheitliche Konzept besteht aus digitalen Produktdaten, softwarebasierten Projektierungshilfen und neu entwickelten Klimatisierungslösungen. Planer können damit ihren Montageaufbau hinsichtlich der Klimaaspekte verifizieren und interaktiv die bestmögliche Klimatisierungslösung vorsehen. Dazu wird die virtuelle 3D-Aufbauplanung im System Eplan [1] Pro Panel gezielt um spezielle Funktionen erweitert. Ziel ist es, dem Schaltanlagenplaner Funktionsweise, Leistungsgrenzen und Integrations-Möglichkeiten der einzelnen Klimatisierungsvarianten so zu vermitteln.

Für die optimale Position der Klimatisierungskomponenten benötigt der Planer einen Überblick, an welchen Positionen im Schaltschrank sich Komponenten befinden, die besonders zu kühlen sind. Es gilt, von vornherein sogenannte 'Hot Spots' zu vermeiden. Dazu steht in Eplan Pro Panel ab Herbst 2016 eine neue Funktion zur Verfügung, die verbaute Komponenten gemäß ihrer Verlustleistungsdichte unterschiedlich einfärbt. Die Verlustleistungsdichte wird auf Basis der maximalen Verlustleistung in Relation zur Größe der verbauten Komponenten ermittelt. Über diese Informationen hinaus erhält der Planer zudem Aufschluss über die Verteilung der Verlustdichte im gesamten Schrank. Liegt ein Ungleichgewicht in der Verteilung vor, kann er dies durch gezielte Änderungen im Montagelayout jederzeit korrigieren. Alle dazu erforderlichen Informationen werden als Artikelinformationen über das Eplan Data Portal bereitgestellt – für aktive Komponenten genauso wie beispielsweise für Klemmen. Phoenix Contact stellt dazu als erster Hersteller die relevanten Gerätedaten, wie maximale Verlustleistung, Mindestabstände oder Strömungsrichtungen bei Eigenlüftung, für seine Komponenten ganzheitlich im Eplan Data Portal zur Verfügung.

Auch für die ideale und störungsfreie Luftführung im Schaltschrank benötigt der Planer visuelle Hilfen, um den Einbauort der Komponenten – also die exakte Position im Schrank – mit den Einflussgrößen der Klimatisierung abzugleichen. Die lüftungstechnischen Sperrräume und der optimal klimatisierte Bereich werden bei Verwendung von Rittal Klimatisierungslösungen grafisch angezeigt. Lüftungstechnische Sperrräume beispielsweise dürfen nicht mit Komponenten verbaut werden, weil das Klimagerät sonst signifikant in seinem Luftfördervolumen eingeschränkt wird. Dies kann bei entsprechenden klimatischen Bedingungen zu Problemen an den eingebauten Schaltgeräten oder elektronischen Bauteilen führen. Ein Beispiel: Geräte, die zu nah am Kaltluftstrom platziert sind, kommen in extremen Temperaturstress. Dies reduziert die Lebensdauer von elektronischen/elektrotechnischen Komponenten signifikant und kann im Betrieb zu ungeplanten Ausfallzeiten führen.

Der optimal klimatisierte Bereich beschreibt den Raum, den ein Klimagerät aufgrund seiner Luftförderleistung zuverlässig klimatisieren kann. Entsprechend visualisiert Eplan Pro Panel die maßgeblichen Geräteparameter – beispielsweise die maximale Wurfweite der Kühlluft sowie die Anstellungswinkel der in das Gerät ein- beziehungsweise aus dem Gerät ausströmenden Luft.