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Integriertes Engineering: Die Suche nach dem Königsweg

Die Vorstellung, bei der Anlagenplanung der Prozessindustrie alle Projektdaten in einer gemeinsamen Datenbasis zu sammeln und ein einziges Tool für den kompletten Lebenszyklus der Anlage zu nutzen, klingt verführerisch. In der Praxis aber zeigen sich Schwierigkeiten – die Realität der Prozessindustrie ist heterogen und somit sind es auch die Software-Lösungen. Wie lassen sich solch heterogene Lösungen zuverlässig umsetzen?

Anlagenplanung in der Prozessindustrie Bildquelle: © Rösberg Engineering

Fast könnte heute der Eindruck entstehen, es gäbe keine Alternative zum Integrated Engineering. Tatsächlich aber stehen Anwender vor der Entscheidung "alles aus einer Hand" oder "von allem das Beste". Beides hat seine Vorzüge. Bei "alles aus einer Hand" gilt es jedoch, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu fragen, wie homogen eine angeblich "monolithische" Lösung wirklich ist. Denn nicht zwingend geht es hier um eine einheitliche Datenbasis, in der keine Informationen redundant vorliegen. Vielmehr werden für die „integrierte“ Lösung oft verschiedene Software-Komponenten zusammengekauft und an den Stellen, an denen der Aufwand zum Anpassen von Datenstrukturen an die einheitliche Lösung zu groß war, auf eine Vereinheitlichung verzichtet. Ein weiteres Problem: Entspricht in der integrierten Lösung beispielsweise das Tool zum Erstellen von R&I-Fließbildern nicht der Anwendervorstellung, kann dieser nicht einfach auf alternative Lösungen zurückgreifen.

Darüber hinaus wird in Unternehmen nur noch selten an zentraler Stelle über die einheitliche Nutzung von Software entschieden. Fällt doch die Entscheidung für eine integrierte Lösung mit einem monolithischen System, ist der Umstieg mit viel Aufwand verbunden. Welche Lösungen externe Projektpartner nutzen, ist dabei kaum zu beeinflussen. In der Praxis bleibt die Software-Landschaft also trotz aller Bemühungen zwangsläufig immer heterogen, und spätestens zur Anknüpfung an das Leitsystem sind Schnittstellen nötig.