Industrie 4.0

Was hinter der Referenzarchitektur RAMI 4.0 steckt

11. April 2016, 14:19 Uhr | Frank Schewe

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Industrielle Produktion als Anwendungsbereich

Referenzarchitektur für Industrie 4 0, Plattform Industrie 4.0
Das Referenzarchitekturmodell für Industrie 4.0: In der Arbeitsgruppe 'Referenzarchitekturen, Standards und Normung' wurde RAMI 4.0 als Konsens entwickelt. Pate hierfür stand ...
© Plattform Industrie 4.0

Bei der Entwicklung von RAMI 4.0 stand die industrielle Produktion als Anwendungsbereich im Zentrum der Überlegungen. Das Spektrum reicht dabei von der diskreten Fertigung bis zur Prozesstechnik. Der Fokus auf die industrielle Produktion (Smart Production) grenzt das Zukunftsprojekt Indus­trie 4.0 vom weiter gefassten IoT-Ansatz (Internet of Things) des Industrial Internet Consortium (IIC) ab. Denn IoT beinhaltet neben der Smart Production Bereiche wie Smart Home, Smart Mobility und Healthcare.

SGAM-Framework
... das SGAM-Framework, welches 2012 von CEN, CENELEC und ETSI publiziert wurde, um europäischen Normungs­organisationen die Identifikation und Weiterentwicklung von relevanten Standards im Bereich der intelligenten Stromnetze zu ermöglichen.
© Siemens

In den Gremien der Verbändeplattform wurde deutlich, dass ein Architekturmodell, welches als Referenz dienen und eine zielgerichtete Diskussion beispielsweise im Hinblick auf Standardisierung und Normung ermöglichen soll, eine dreidimensionale Darstellung erfordert. Auf den drei Achsen von RAMI 4.0 werden dementsprechend die Hierarchie-Stufen einer über das Internet vernetzten Fertigungsanlage, der Lebenszyklus von Anlagen und Produkten sowie die IT-Repräsentanz einer Industrie-4.0-Komponente beschrieben. Als Vorlage hierfür fungierte das bereits etablierte Smart Grid Architecture Model (SGAM), das die Energie-Erzeugung und -verteilung in den Mittelpunkt stellt.

Die Hierarchie-Stufen einer Produktionsanlage gleichen im Wesentlichen den Stufen der bekannten Automatisierungspyramide. Formal ist die Anlagenhierarchie aus der IEC 62264 und IEC 61512 abgeleitet, am unteren Ende allerdings durch Produkte und Feldgeräte (aus der Automatisierungspyramide) ergänzt worden. Die Erweiterung um das Produkt erweist sich als notwendig, damit die Steuerung der Fertigungsanlage durch das Produkt im Modell abgebildet werden kann. Dies ist ein wesentliches Merkmal von Industrie 4.0.


  1. Was hinter der Referenzarchitektur RAMI 4.0 steckt
  2. Industrielle Produktion als Anwendungsbereich
  3. Notwendige Ergänzung der Automatisierungspyramide
  4. Sinnvolles Clustern komplexer Prozesse
  5. Kommunikation über die ­etablierten Protokolle

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