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Vom Sensor bis in die Cloud

26. November 2020, 09:00 Uhr   |  Meinrad Happacher

Vom Sensor bis in die Cloud
© OPC Foundation

Stefan Hoppe, Präsident der OPC Foundation: »Wir wachsen weltweit und erwarten zum Jahresende die Marke von 800 Mitgliedern überschreiten zu können.“

OPC UA soll weltweit anerkannter Standard des Industriellen Internet der Dinge werden. Während der SPS Connect bezog Stefan Hoppe, Präsident der OPC Foundation, Stellung zum Status Quo der Arbeiten.

»Covid19 wird uns nicht stoppen« ist die erste Botschaft von Stefan Hoppe, seit 2 Jahren als Präsident der OPC Foundation im Amt. Er ergänzt: »Wir wachsen weltweit und erwarten zum Jahresende die Marke von 800 Mitgliedern überschreiten zu können.« Innerhalb eines Jahres sei die OPC Foundation um weitere 60 Mitglieder -darunter die Schwergewichte Cytiva, DTS Corporation, EMD Millipore Corporation, Emerson Process Management, Google Cloud, Jumo, NTT Communications Corporation, Shenzhen Inovance Technology Co. und Syntegon Technology - auf aktuell 793 Mitglieder gewachsen und biete somit das weltweit größte Eco-System für Interoperabilität und den neutralen Boden für gemeinsame Standards in der Automatisierung.

Die Cloud-Aktivitäten

Ein neues Mitglied hebt Hoppe besonders heraus: »Wer hätte vor wenigen Jahren schon gedacht, GoogleCloud als Mitglied auf einer OPC Pressekonferenz begrüßen zu dürfen - und das auch noch zusammen mit Microsoft!« Dominik Wee von GoogleCloud begründet anschliessend den Beitritt in die OPC Foundation und argumentiert: »KI treibt die nächste Entwicklungsstufe in der Fertigung voran - standardisierte maschinenlesbare Informationsmodelle auf der Basis von OPC UA beschleunigen diese Entwicklung. OPC UA wird unser Schlüssel sein, Maschinendaten in unsere Datenanalysen und künstliche Intelligenz Lösungen zu übertragen, um letztlich neue Einsatzmöglichkeiten und eine bessere Produktivität innerhalb des Fertigungsprozesses zu erhalten.« Ziel von GoogleCloud sei es, durch die Verwendung von künstlicher Intelligenz in der ganzen Wertschöpfungskette, eine flexible Entscheidungsfähigkeit auf industrieller Ebene bereitzustellen, so Wee.

Erich Barnstedt, Microsoft, zeigt zusammen mit John Dyck, CEO CESMII, die konkreten OPC-UA-Arbeiten im Bereich der Cloud auf, im speziellen berichtet Barnstedt von dem Fortschritt im Projekt „UA for Cloud Library“: »OPC UA hat den Anspruch, von der Feldebene bis in die Cloud anhand von offenen Kommunikationsstandards und Informationsmodellen die Interoperabilität von Maschinen und Software zu verbessern. Während in den OT-Netzwerken der Hersteller OPC UA mittlerweile als Standard gesetzt sei, gäbe es in der Cloud noch Einiges zu tun, vor allem, was das Speichern und Lesen von Informationsmodellen angeht. Genau diese Lücke fülle jetzt das „UA for Cloud Library“-Projekt: Damit ließen sich die Informationsmodelle von Maschinen schon in Cloud-Dienste integrieren, bevor die Maschine fertig installiert sei. »Die Programmierung der Software-Dienste ist so von der Programmierung der Maschinen entkoppelt.«

Die Field Level Communications Initiative

Auch die Field Level Communications Initiative ist immer noch am Wachsen: Seit dem Start der Initiative im November 2018 haben sich mehr als 300 Experten aus über 60 Mitgliedsunternehmen der OPC Foundation an den verschiedenen technischen Arbeitsgruppen beteiligt, um gemeinsam die technischen Konzepte und die Spezifikationsinhalte für die Erweiterung des OPC UA Frameworks auf die Feldebene zu erarbeiten. Dabei will die Gruppe eine harmonisierte Lösung für die Prozessindustrie und der Fabrikautomation definieren. Neben dem Beitritt in die Ethernet APL-Initiative freuen sich die Akteure insbesondere, mit Emerson einen weiteren Marktgiganten in der FLC Initiative begrüßen zu können.

Trotz der Einschränkungen durch COVID-19 wurde nun mit der Fertigstellung des ersten Release Candidates ein wichtiger Meilenstein erreicht. Der initiale Release Candidate der Initiative besteht aus vier Spezifikationsteilen (OPC UA Parts 80-83) und fokussiert sich auf die Controller-to-Controller Kommunikation zum Austausch von Prozessdaten und Konfigurationsdaten mithilfe von OPC UA Client/Server- und PubSub-Erweiterungen in Kombination mit Peer-to-Peer-Verbindungen und einer Basisdiagnose.

Mit den nun vorliegenden Spezifikationen können Prototypen implementiert und Testspezifikationen beziehungsweise Testfälle für das OPC UA-Zertifizierungstool erstellt werden. Darüber hinaus bildet diese Spezifikation die Grundlage für entsprechende Spezifikationserweiterungen, um im nächsten Schritt auch die Use Cases Controller-to-Device und Device-to-Device abzudecken.

Frisch zur Pressekonferenz präsentiert wurde nun ein 40-seitiges Technical Paper, in dem der Ansatz und die grundlegenden Konzepte zur Erweiterung von OPC UA auf die Feldebene für die verschiedenen Anforderungen und Use Cases in der Fabrik- und Prozessautomatisierung erläutert sind.

OPC UA for Machinery

Zur Definition einer Weltsprache der Produktion, basierend auf OPC UA, arbeiten zudem in Summe rund 600 Unternehmen in über 35 Gruppen beim VDMA aktiv an der Standardisierung von OPC UA Schnittstellen für Maschinen und Komponenten des Maschinen- und Anlagenbaus. „OPC UA for Machinery“ definiert das wichtigste Basisvokabular dieser Weltsprache und ist die Grundlage für domänenübergreifende Interoperabilität. »OPC UA for Machinery wird zukünftig in allen OPC UA Schnittstellen des VDMA als Fundament dienen«, so Andreas Faath, Head Industrial Interoperability beim VDMA. Faath verweist auf die bisherigen Veröffentlichungen der „OPC UA for Machinery“ und vier neue OPC UA Arbeitsgruppenfür die Themen Drucklufttechnik, M2X-Intralogistik, Luftreinhaltung und Textil Testgeräte.

Joint Working Groups

Neben einer neuen Arbeitsgruppe für semantische Interoperabilität im Bereich Laboranalysegeräte in Kooperation mit Spectaris und dem VDMA berichtet Hoppe abschließend über die gestiegene Adaption der gemeinsamen Ergebnisse mit der PLCopen: Die „UA Client for IEC61131-3 Bausteine“ seien bei namhaften SPS-Anbietern inzwischen umgesetzt worden und erleichterten etwa Honeywell in der Öl&Gas-Industrie die Umsetzung des dortigen IEC6-1131-3 basierenden MDIS Standards.

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