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Steuern mit Open-Source-Plattformen

Taugen Raspberry, Arduino & Co. für den Industrieeinsatz?

08. März 2016, 09:33 Uhr   |  Günter Herkommer

Taugen Raspberry, Arduino & Co. für den Industrieeinsatz?
© Bild: Computer&AUTOMATION, Quelle: Conrad / Logi.cals

Newcomer in der Steuerungswelt: Neben den bisherigen drei Standard-Ausführungen sollen die Controllino-Steuerungen künftig auch als OEM-Versionen, etwa von Logi.cals mit entsprechend angepasstem IEC-61131-Programmiersystem, verfügbar sein.

Raspberry Pi, Arduino & Co. – diese Plattformen wurden im industriellen Umfeld bislang zu Schulungszwecken oder bei Entwicklungs- bzw. Prototyp-Projekten eingesetzt. Inwiefern eignen sich diese 'Mini-Computer' auch für den professionellen ­Einsatz in der Maschine bzw. Fabrik?

Controllino nennt sich eine neue Steuerungs-Familie, mit der der Elektronik-Versender Conrad Business Supplies bei seiner Messe-Premiere auf der SPS IPC Drives im November vergangenen Jahres auf sich aufmerksam machte. Hierbei handelt es sich um ein neues Geräte-Konzept auf Basis der Open-Source-Plattform Arduino. Das heißt: Controllino basiert auf denselben Amtel-Prozessoren wie die Arduino-Familie und setzt auch vom schematischen Aufbau und den Schnittstellen auf diese Plattform, ist darüber hinaus aber von der österreichischen Firma SG-Tronic für industrielle Zwecke fit gemacht worden. Zu den Hauptfunktionen zählen etwa die direkte Prozessorverbindung mit 4000-V-ESD-Schutz an allen Anschlüssen, eine Reihe an Schnittstellen wie SPI, I²C, RS232, RS485 sowie eine integrierte Echtzeituhr, die sich ein- und ausschalten lässt. Ein USB-Anschluss an der Vorderseite ermöglicht eine einfache Programmierung.

Die Controllino-Familie umfasst derzeit drei verschiedene Modelle: Mini, Maxi und Mega. Die Mini-Version bietet verschiedene Ein- und Ausgänge (sechs Relais-Ausgänge, acht Analog-/Digital-Eingänge und acht Digital-­Ausgänge) im kompakten Gehäuse (94,5 mm × 59,4 mm × 36 mm). Das Maxi-Modul bietet mehr Flexibilität (10 Relais-Ausgänge, 12 Analog-/Digital-Eingänge und 12 Digital-Ausgänge) sowie einen Ethernet-Anschluss und eine zweite RS232-Schnittstelle. Die höchste Spezifikation bietet das Mega-Modul, das Ströme bis zu 30 A hand­haben kann und 16 Relais-Ausgänge, 24 Analog-/Digital-Eingänge, 12 High-Side-Switch-Digital-Ausgänge und 12 weitere Halbbrücken-Digital-Ausgänge bietet.

Auf die Frage, welche Chancen Steuerungen auf Open-Source-Basis im ­Industrieumfeld abgesehen von Entwicklungsprojekten hätten, entgegnet Markus Obermeier, Produktmanager bei Conrad Business Supplies: "Die Con­trollino-Geräte lassen sich grundsätzlich für einfachste Schaltaufgaben bis hin zu komplexen und zeitkritischen Applikationen zum Beispiel in Anlagen der Lebensmittelindustrie einsetzen. Wir sehen hierbei keine Limits und es sind auch keine umfangreichen IT-Kenntnisse zum Umgang mit diesen Controllern notwendig. Die Verantwortung liegt aber immer bei dem, der die Anwendung umsetzt. Dieser sollte natürlich wissen, was er programmiert. Das heißt zum Beispiel: Ist eine Anwendung in einem sicherheitsrelevanten Umfeld, muss bei der Programmierung darauf geachtet werden, dass die entsprechend gültigen Normen eingehalten werden."

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1. Taugen Raspberry, Arduino & Co. für den Industrieeinsatz?
2. Die Initialzündung: Eine defekte Kaffee-Maschine
3. Programmieren nach IEC 61131-3
4. Open Source in Industriequalität

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