VDMA

»Sehen in der Summe der Faktoren keine Krise«

Karl Haeusgen, VDMA
VDMA-Präsident Karl Haeusgen
© VDMA

Lieferengpässe und Materialmangel setzen der deutschen Industrie zu. Das bekommen auch die Maschinenbauer zu spüren. Für die künftige Bundesregierung hat die Branche einige Anliegen.

Deutschlands Maschinenbauer erholen sich mit hohem Tempo vom Einbruch in der Corona-Krise. »Für 2021 bestätigen wir unsere Prognose eines realen Produktionszuwachses von 10 % zum Vorjahr«, sagte Karl Haeusgen, Präsident des Branchenverbandes VDMA anlässlich des Maschinenbau-Gipfels in Berlin. Ohne die Materialengpässe wäre sogar ein höheres Wachstum von bis zu 12 Prozent möglich gewesen. »Aber die ungewisse Lage in den Lieferketten beschäftigt auch usns zunehmend.«

Viele Maschinenbauer dürften den Angaben zufolge bereits in diesem Jahr beim Umsatz das Vorkrisenniveau erreichen. Die mittelständisch geprägte Schlüsselindustrie rechnet damit, dass die Lieferschwierigkeiten, zum Beispiel bei Halbleitern, noch längere Zeit anhalten. Die Folgen seien jedoch nicht so dramatisch wie in manchen anderen Branchen, sagte Haeusgen.

Zudem sind die Auftragsbücher gut gefüllt, der Bestand reicht den Angaben zufolge für sechs bis acht Monate. »Wir sehen derzeit in der Summe der Faktoren keine Krise am Horizont«, so Haeusgen. Für das kommende Jahr rechnet der VDMA unverändert mit einem weiteren Produktionsplus von preisbereinigt (real) 5 %.

Sorgen bereitet der exportorientierten Branche, die im Schnitt vier von fünf Maschinen ins Ausland verkauft, die Konfrontation und das Auseinanderdriften der beiden Wirtschaftsmächte USA und China. Laut einer aktuellen VDMA-Umfrage bezieht fast die Hälfte der Maschinenbaufirmen Komponenten, die für die eigene Produktion kritisch sind, aus China oder den USA.

Von der künftigen Bundesregierung erhofft sich Haeusgen, dass sie die Bedeutung des Außenhandels für Deutschland stärker wahrnimmt. Er sprach von einer »verblüffenden Lücke zwischen der Bedeutung der Außenwirtschaft und deren Wahrnehmung in der politischen Arena«. Das Thema müsse auf relativ hoher Ebene angesiedelt sei, sagte der VDMA-Präsident und schlug die Schaffung einer Stelle im Kanzleramt vor.

Entscheidend ist aus Sicht Haeusgens eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren in Deutschland. »Es darf künftig keine fünf Jahre mehr dauern, bis ein neuer Windpark errichtet werden kann«, mahnte er. »Alles was wir vorhaben, wird nur bei schnelleren Verfahren klappen.«


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

VDMA Verband Deutscher Maschinen- u. Anlagenbau e.V., dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

SPS News

SPS