Programmierung

Objektorientierung - alles andere als komplex

31. Oktober 2011, 10:16 Uhr | Bernhard Gangl
Schmuckbild, Maschinen- und Anlagenkonzepte
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Viele Anwender haben noch immer eine gewisse Scheu vor der objektorientierten Programmierung – eigentlich unverständlich, denn es gibt für sie kaum ein passenderes Anwendungsgebiet als die Automatisierungstechnik.

Effizientes Engineering entwickelt sich zu einem Schlüsselfaktor moderner Maschinen- und Anlagenkonzepte. Gerade hier gibt es – ab einem gewissen Automatisierungsgrad – noch beträchtliche Einsparungspotenziale. Gefragt sind moderne Tools, die dem Anwender helfen, Komplexes einfach und strukturiert umzusetzen. Die Minimierung der Entwicklungszeiten ist dabei nur ein Zielaspekt; eine mindestens ebenso wichtige Forderung lautet, die Software-Wartungskosten erheblich zu reduzieren.

Beispiel Programmierung: Die Verwendung von Hochsprachen wie Structured Text (ST) ist in der SPS-Programmierung seit vielen Jahren Stand der Technik und fest etabliert. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die Berufseinsteiger, die zumeist bereits im Zuge ihres Studiums in Hochsprache programmiert haben. Da die Unterschiede zwischen den verschiedenen Hochsprachen recht marginal sind und sich vor allem durch die Syntax unterscheiden, fällt der Umstieg auf eine andere Hochsprache leicht. Als plattformunabhängige Sprache für diverse Algorithmen hat sich C etabliert. Die Möglichkeit zur Einbindung von C-Sourcen ist in modernen Tools heute somit ein Muss.

Ein Trend jüngeren Datums ist die objektorientierte Programmierung – kurz OOP. Die Idee dabei ist es, Code und Daten in logische Einheiten, in „Objekte" zusammenzufassen. Software-Entwickler finden in der OOP die Antworten auf die Fragen: Wie mache ich Code wieder verwendbar? Wie mache ich Code lesbar? Wie minimiere ich den Programmieraufwand bei einer Vielzahl von Maschinenoptionen? Für den Einsatz der OOP in der Automatisierungstechnik spricht, dass hier genau wie in der OOP in Kompo­nenten (Objekten) gedacht wird – also zum Beispiel in Motoren, Getrieben und daraus folgenden Antriebssträngen. Somit ist das objektorientierte Design der Software – der wahrscheinlich wichtigste Aspekt bei diesem Programmierkonzept – ein Leichtes, da es gilt, reale me­chanische Komponenten in modularen Softwarekomponenten abzubilden und sich die Klassen somit nahezu von selbst definieren.

Eine Klasse ist der „Bauplan“ für ein Objekt und definiert den Programmcode und die Datenelemente. Jede Klasse übernimmt eine bestimmte Aufgabe wie beispielsweise die Ansteuerung eines Antriebs oder eines Ventils. Der eigent­liche Programmcode eines Objektes wird in den gebräuchlichen Sprachen der IEC 61131-3 (Strukturierter Text, Kontaktplan oder C) implementiert. Dies ist ein wesentlicher Akzeptanzfaktor, da so die Methoden der objektorientierten Programmierung als durchgängige Erweiterung der vertrauten und bewährten Sprachen zur Verfügung stehen.


  1. Objektorientierung - alles andere als komplex
  2. Software wird "nachhaltig"
  3. Komfort und Usability im Fokus
  4. Objektorientierte Vorteile auch in puncto Visualisierung
  5. Flexible Updates per Kapselung
  6. Die Vorteile der OOP am Beispiel Lasal

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