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Die Logo! an der Cloud

15. Mai 2020, 08:00 Uhr   |  Meinrad Happacher


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Ab in die Cloud

Per Smartphone lässt sich das Dashboard in der Cloud anzeigen und Automatisierungskomponenten können gesteuert werden.
© Siemens

Per Smartphone lässt sich das Dashboard in der Cloud anzeigen und Automatisierungskomponenten können gesteuert werden.

Die Cloud-Funktionalität der Klein-steuerung erweitert nun deren Möglichkeiten: So lassen sich Daten in die Cloud auslagern, die in der Steuerung nur einen begrenzten Speicherplatz haben. In der aktuellen Ausbaustufe lässt sich das Logikmodul an den Cloud Service AWS von Amazon anbinden, der praktisch unbegrenzt viel Speicher zur Verfügung stellt. Zudem ist der Daten-zugriff in der Cloud möglich, ohne das Logikmodul in den Stop-Modus zu versetzen.

Was lässt sich mit der Cloud-Anbindung anstellen? Es lassen sich eventuell Geschäftsmodelle entwickeln, die ohne Cloud-Anbindung nicht umsetzbar wären. Dazu zählen bessere Serviceleistungen durch eine vorausschauende Wartung, indem die Daten von mehreren Maschinen unabhängig vom Standort verglichen werden. Denkbar sind Pay-per-use-Modelle, die dem Kunden die tatsächliche Nutzung einer Maschine berechnen, anstatt ihm die ganze Maschine zu verkaufen. Beim Retrofit älterer Maschinen und Anlagen, die bislang ohne Konnektivität auskommen mussten, kann Logo! nachträglich eine zentrale Datenanbindung realisieren, sodass etwa Pumpen nun auch aus der 
Ferne analysiert werden können.

Die Vorteile der Datenauswertung über die Cloud werden besonders bei verteilten Systemen ersichtlich. Bisher wurden die Daten lokal auf einer SD-Karte in der Steuerung abgelegt. Sollten Daten verschiedener Steuerungen, Maschinen und Anwendungen verglichen werden, galt es, die Logfiles der Steuerungen manuell von den SD-Karten zu kopieren und miteinander zu vergleichen. Logo! musste dafür angehalten werden. Dank der Cloud-Anbindung sendet jede an die Cloud angeschlossene Logo! ihre Werte an die Cloud. Dort kann sich der Anwender eine Datenspeicherung einrichten und praktisch unbegrenzt Daten speichern. Während Logo! läuft, können die Daten ausgelesen werden. Die Analyse der Daten wird durch ein Dashboard möglich, das sich einfach anlegen lässt.

Sven Kiebler ist Marketing Manager für Logo!
© Siemens

Sven Kiebler ist Marketing Manager für Logo!

In umgekehrter Richtung funktioniert der Datentransfer auch. Dazu wird in der Cloud mit dem Logo! Web Editor ein Dashboard erstellt und Schalter, Taster oder Parameter definiert, die dann über ein Dashboard geschaltet und ge­ändert werden können. Die Änderungen werden über die Cloud an die Logo! übertragen und dort entsprechend bearbeitet. Zum Beispiel lässt sich so das Licht über virtuelle Taster ein- und ausschalten. Oder es lassen sich Parameter von Funktionsblöcken im Logo!-Programm verändern, um Parameter, wie die Ausschaltzeit eines Blocks zu ändern. Der gesamte Virtual-Memory-Speicher der Logo! kann von der Cloud aus gelesen und geschrieben ­werden.

Für bereits existierende Maschinen und Stand-Alone-Anwendungen lässt sich mittels der Logo! ebenso die Cloud-Konnektivität nachrüsten. Etwa wenn mehrere Maschinen oder Geräte räumlich weit verteilt genutzt werden und das Auslesen von Betriebsdaten lange Lauf- oder Fahrtwege erfordert. In einem solchen Fall fungiert Logo! als Cloud-Connector und ermöglicht zugleich die einfache Einrichtung von Dashboards, um die Daten zu visualisieren. Dieses Vorgehen ermöglicht auch das Anbinden von 3rd-Party-Komponenten, die über eine TCP/IP-Kommunikation verfügen.

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