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Automation Server freigegeben

27. November 2019, 09:00 Uhr   |  Günter Herkommer

Automation Server freigegeben
© Computer&AUTOMATION

Samuel Greising zum Automation Server: „Aus dem Prototypen ist mittlerweile ein ausgereiftes Software-as-a-Service-Produkt geworden.“

Zur SPS 2018 kündigte Codesys den ‚Automation Server‘ an. Vor kurzem wurde dieser nun freigegeben. Der verantwortliche Produktmanager Samuel Greising gibt ein Update.

Herr Greising, in aller Kürze: Was genau verbirgt sich hinter dem ‚Codesys Automation Server‘?

Samuel Greising: Der Codesys Automation Server ist eine cloudbasierte Plattform zur Verwaltung von Steuerungsaufgaben. Hierzu zählen wir Geräteverwaltung, Datenaufzeichnung und -analyse, sowie Engineering. Anwendern von SPSen, sprich Maschinenbauern und insbesondere den Betreibern von Maschinen und Anlagen, bringt solch eine Industrie-4.0-Plattform einen sofortigen Nutzwert, weil sie tägliche Aufgaben wie zum Beispiel Applikations-Updates oder Gerätetausch erheblich vereinfacht. Durch den Automation Server werden zudem alle angebundenen Steuerungen zum intelligenten ‚Thing‘, angebunden an IIoT. 

Ende Oktober haben Sie den Automation Server freigegeben. Was gibt es Neues im Vergleich zur Erstvorstellung auf der SPS 2018?

Samuel Greising: Aus dem Prototypen den wir im vergangenen Jahr vorgestellt haben, ist ein ausgereiftes Software-as-a-Service-Produkt geworden. Die Hauptarbeit in 2019 ist in die Migration zur Cloud geflossen. Das hat für Anwender den Vorteil, dass sie sich bequem ein cloudbasiertes Konto für die SPS-Administration anlegen können und sich keine Gedanken über eine eigene Serverstruktur machen müssen. Zusätzlich können sie jetzt selbst erstellbare und konfigurierbare Topologie-Ansichten anlegen sowie den Zugang zu ihrem Server-Konto mit einem 5-stufigen Berechtigungskonzept im Automation Server absichern.

Auf der SPS 2019 demonstrieren Sie die Einbindung von Steuerungen aus unterschiedlichen Netzwerken und Standorten: Wie funktioniert dies konkret?

Samuel Greising: Ganz einfach über das sogenannte Codesys Edge Gateway, einem Kommunikationsdienst zwischen Steuerungsnetzen und dem Automation Server. Pro Netzwerk beziehungsweise Standort installiert man ein Edge Gateway, um die Kontrolle über die darunter befindlichen Steuerungen zu erhalten. Das hat Security-technisch den Effekt, dass nicht jede Steuerung direkt mit dem ‚Internet‘ verbunden sein muss, sondern es genau einen definierten Zugang gibt, den der Anwender kontrolliert. 

Gibt es schon konkrete Erfahrungen im Feld?

Samuel Greising: Neben über 200 Betatestern, die den Automation Server von Mai bis Oktober getestet haben, gibt es mittlerweile konkrete Anwendungen. Zusammen mit der Firma Inasoft binden wir beispielsweise die europaweit verteilten Waschstraßen der Autowaschtechnik AWT AG an den Automation Server an. Die darin eingesetzten Steuerungen können nun unter anderem wesentlich einfacher zentral mit Applikations-Updates versorgt werden.

Wie sehen die weiteren Entwicklungsschritte aus?

Samuel Greising: Wir arbeiten derzeit an einer Lösung zur Datenaufzeichnung und -analyse. Das wird im Frühjahr 2020 kommen. Davor werden wir noch die Codesys-Webvisualisierung kompatibler Steuerungen in den Automation Server bringen. Und eine weiteres Feature, das Anwendern die Arbeit erleichtert: Wir werden eine Möglichkeit schaffen, mit der man entfernte Steuerungen über den Automation Server debuggen kann – ganz ohne VPN oder andere Fernwartungslösungen.

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