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Speicherprogrammierbare Steuerungen: Tipps zur Auswahl der geeigneten Kompakt-SPS

In kaum einem Marktsegment agieren mehr Anbieter als bei den Klein- beziehungsweise Kompaktsteuerungen – entsprechend unüberschaubar ist die Produktvielfalt. Die Auswahl der "richtigen" Steuerung gestaltet sich für den Anwender damit nicht immer einfach. – Eine Hilfestellung.

Aktuell gibt es gut ein Dutzend großer Hersteller von Steuerungssystemen, die mit ihren Produkten im Markt konkurrieren. Doch nicht immer ist das bereits bekannte System auch das Beste, denn fehlende Flexibilität wird mitunter durch zusätzliche Produkte oder mehr Leistung ausgeglichen. Das wiederum führt zu höheren Kosten oder gar zu einer Fehlplanung, die sich aber meist erst im Nachhinein als solche herausstellt.

Bei der Suche nach alternativen Lösungen sind diverse Randbedingungen zu beachten, die zum einen von den Maschinen- und Anlagentypen und zum anderen vom Endkunden selbst vorgegeben werden. Diese reichen von den zu erfassenden Signalen über das Feldbus-System bis zur Integration in ein Leitsystem. Ist der Hersteller oder das Feldbus-System durch den Endkunden vorgegeben, dezimiert sich bereits die Auswahl. Auch die Forderung nach hartem Echtzeit-Verhalten schränkt die Möglichkeiten ein. Ist zudem eine Steuerung mit Master-Funktionalität gefragt, bleiben häufig nur noch wenige Hersteller übrig. Liegt das Feldbus-System jedoch nicht fest, gilt es zunächst die Schnittstellen und Signale zu betrachten, die für die Automatisierungslösung erforderlich sind. Mit Blick auf das Thema Investitionssicherheit ist darüber hinaus die spätere Erweiterbarkeit ein wichtiges Auswahlkriterium.

Seit Ende der 90-Jahre werden Feldbus-Systeme in der IEC 61158 weltweit standardisiert. Diese Standards bringen für den Anwender einerseits Vielfalt und Flexibilität, andererseits aber auch die Qual der Wahl: Soll man auf Klassiker wie Profibus, Interbus, Modbus, CANopen und Devicenet setzen oder auf die schnellen, Ethernet-basierten Systeme wie Profinet, Ethernet/IP, Ethercat oder Sercos? Nimmt man lieber einen Generalisten wie Modbus/TCP oder doch applikationsspezifische Feldbusse, wie die in der Gebäudeautomation verbreiteten Bussysteme Bacnet, KNX IP und LON? Für eine ethernet­basierte Kommunikation spricht insbesondere, dass diese im Vergleich zu den traditionellen Feldbussen einfacher vertikal integrierbar ist. Damit lassen sich relevante Daten auch übergeordneten ERP- oder MES-Systemen direkt zur Verfügung stellen.

Um dem Anwender ein Höchstmaß an Flexibilität zu bieten, haben einige Hersteller modulare und Feldbus-unabhängige Automatisierungssysteme entwickelt. Hierzu zählt beispielsweise das Wago-I/O-System 750. Anfangs als reines Remote-I/O-System ausgelegt, ist daraus über die Jahre ein kompaktes und modulares System entstanden, das eine Vielzahl gängiger Feldbusse unterstützt. Die damit realisierbaren, dezentralen Steuerungen lassen sich einerseits einfach untereinander vernetzen; andererseits können sie auch als Gateway fungieren, indem sie einen Übergang zu anderen Feldbus-Systemen schaffen. Da die zentrale Komponente des Systems – ein Controller oder ein leistungsstarker I/O-IPC – steckbar mit den I/O-Busklemmen verbunden wird, lässt sie sich austauschen, ohne die Busklemmen umverdrahten zu müssen.