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Deutsche Elektroindustrie: ZVEI vermeldet Rückgänge im ersten Halbjahr

Im ersten Halbjahr ist der Umsatz der deutschen Elektroindustrie um 0,7 % auf 109,8 Mrd. Euro gefallen, der Auftragseingang ging um 1,6 % zurück. Angesichts der Entwicklung stellt der ZVEI seine bisherige Produktionsprognose für 2019 infrage.

Der Auftragseingang im ersten Halbjahr und im Juni 2019 gegenüber dem Vorjahr. Bildquelle: © ZVEI

Der Auftragseingang im ersten Halbjahr und im Juni 2019 gegenüber dem Vorjahr.

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie lagen im Juni 2019 knapp laut ZVEI auf Vorjahresniveau (- 0,2%). »Dabei verhinderten allein Großaufträge aus dem nicht zur Eurozone zählenden Ausland einen wesentlich stärkeren Rückgang«, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Während die Bestellungen aus dem Inland im Juni um 8,7 Prozent fielen, stiegen die Auslandsaufträge um 6,2 Prozent. Hier orderten Kunden aus dem Euroraum 12,4 Prozent weniger als im Vorjahr, Kunden aus Drittländern jedoch 17,1 Prozent mehr.

Im ersten Halbjahr 2019 ging der Auftragseingang um 1,6 Prozent gegenüber Vorjahr zurück. Die Inlandsbestellungen gaben um 0,9 Prozent nach, die Auslandsbestellungen um 2,1 Prozent. Die Aufträge aus der Eurozone fielen um 3,1 Prozent, die aus Drittländern um 1,5 Prozent.

Die preisbereinigte Produktion der deutschen Elektrounternehmen hat ihren Vorjahreswert im Juni mit minus 13,5 Prozent deutlich unterschritten – allerdings umfasste der Juni 2019 auch ganze drei Arbeitstage weniger als 2018. Für das erste Halbjahr 2019 ergibt sich damit ein Rückgang bei der Produktion um 3,9 Prozent. »Angesichts immer weiter zunehmender Unsicherheit über den Konjunkturverlauf, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten massiven Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der wachsenden Gefahr eines No-Deal-Brexit, wird es sehr schwer, unsere Produktionsprognose von plus einem Prozent tatsächlich zu erreichen«, so Dr. Gontermann.

Die Umsatzentwicklung der deutschen Elektroindustrie im In- und Ausland. Bildquelle: © ZVEI

Die Umsatzentwicklung der deutschen Elektroindustrie im In- und Ausland.

Die Auslastung der Kapazitäten in der Branche ist zu Beginn des dritten Quartals 2019 um 1,5 Prozentpunkte auf jetzt 84,2 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung gesunken. Gleichzeitig fiel die Reichweite der Auftragsbestände von 3,4 auf 3,1 Produktionsmonate.

Der nominale Umsatz der deutschen Elektrounternehmen fiel im Juni um 11,1 Prozent auf 14,0 Milliarden Euro. Inlands- und Auslandsumsatz sanken annähernd gleich stark um 11,3 Prozent auf 6,6 Mrd. Euro bzw. um 10,9 Prozent auf 7,4 Mrd. Euro. Die Geschäfte mit der Eurozone gaben um 5,7 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro nach, die mit Drittländern um 13,9 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro.

Erstmals seit Oktober 2014 sank das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Juli unter die Null-Linie. Bildquelle: © ZVEI

Erstmals seit Oktober 2014 sank das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Juli unter die Null-Linie.

Zwischen Januar und Juni beliefen sich die Branchenerlöse auf 109,8 Mrd. Euro. Dies entspricht in etwa dem Vorjahresniveau (- 0,7 %). Auch hier entwickelten sich Inlands- (- 0,7 % auf 51,5 Mrd. Euro) und Auslandsumsatz (- 0,5 % auf 58,3 Mrd. €) ähnlich. Während die Erlöse mit Kunden aus dem Euroraum im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent auf 21,8 Mrd. Euro zulegen konnten, gab der Umsatz aus Geschäften mit Drittländern um 1,8 Prozent auf 36,5 Mrd. Euro nach.

Erstmals seit Oktober 2014 sank das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Juli unter die Null-Linie. Die aktuelle Lage wurde deutlich schlechter beurteilt als noch im Juni, aber auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen etwas zurück.