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'Forum Künstliche Intelligenz 2019': "Neuronale Netze sind strohdumm"

Sehr zögerlich kommt Künstliche Intelligenz in industrielle Anwendungen. Die Erwartungen an die Technik sind hoch. Nur selten werden sie erfüllt. Wer das Thema mit den richtigen Prämissen angeht, kann aber viel Nutzen ziehen.

Künstliche Intelligenz am 14.05.2019 in Stuttgart Bildquelle: © Elektronik | J. Kroll

Gut besuchtes 'Forum Künstliche Intelligenz' am 14. Mai 2019 in Stuttgart.

Der Begriff ‘Künstliche Intelligenz’ (KI) suggeriert, dass Maschinen menschenähnliche Fähigkeiten annehmen könnten. Das ist natürlich nicht der Fall, schraubt aber die Erwartungen hoch. In vielen Vorträgen des ‘Forums Künstliche Intelligenz’, am 14. Mai 2019 veranstaltet von Elektronik, Elektronik automotive und Computer&Automation, kam heraus, dass diese Erwartungen zwangsläufig enttäuscht werden und dass KI viel intelligente Vorarbeit erfordert, wenn sie den Menschen sinnvoll entlasten soll.

Gleich in der ersten Keynote setzte sich Prof. Martin Ruskowski vom DFKI kritisch mit den Fähigkeiten, aber auch den Defiziten von KI auseinander. Die Industrie ist von einer stets fortschreitenden Automatisierung geprägt. Zielrichtung von Industrie 4.0 ist die Herstellung individualisierter Produkte, und das möglichst in Echtzeit. “Aber kein Mensch stellt die Frage nach den Kosten einer so hochgradigen Automatisierung,” konstatierte Ruskowski und zeigte, dass der Mensch im Produktionsablauf eine sehr universelle und intelligente “Maschine” ist.

Gegenüber mechanischen Maschinen fehlt ihm – neben der Geschwindigkeit – nur ein “Feature”: der Ethernet-Anschluss. Hier kann die Künstliche Intelligenz ihre Stärken ausspielen, indem sie Daten aus der Produktion und der Unternehmensebene zusammenführt oder stupide Aufgaben übernimmt, die den Menschen ermüden, z.B. in Form der Bilderkennung in der Qualitätssicherung. Je spezialisierter die Aufgaben sind, desto eher kann Künstliche Intelligenz helfen. KI hat kein Bewusstsein, keinen Willen und keine Zielorientierung. “Neuronale Netze sind strohdumm und können 3,5 Milliarden Jahre Evolution niemals ersetzen”, sagte Ruskowski. Deshalb müssen die Regeln, nach denen die Systeme arbeiten und entscheiden, stets vom Menschen kommen. Sein Fazit: Auch in Zukunft wird der Mensch im Mittelpunkt der Produktion stehen und nicht die Maschine.